Projektarchiv

Offene Ateliers 2017

Kunst hautnah erleben und dabei mit Künstlern ins Gespräch kommen, das konnte man am 13. und 14. Mai 2017 im Schaumburger Land.

In einer Galerie oder in einem Museum wirken Bilder, Plastiken und Objekte, trotz geschickter Platzierung und bester Beleuchtung, manchmal einsam und fehl am Platz, weil sie ihren ursprünglichen Zusammenhang verloren haben oder weil sie sich gegen ganz andersartige Werke behaupten müssen. Man merkt ihnen an, dass dieser Ort der Präsentation nicht der Ort der Entstehung ist. Und da der Künstler in einer Galerie oder in einem Museum meist nicht neben seinem Werk steht und Erklärungen abgibt, fehlen dem Betrachter oft auch wichtige Informationen zum Verständnis eines Werkes. Keine noch so gute Beschriftung, kein lehrreicher Ausstellungskatalog mit Lebensdaten und Portraitfoto, kann die wirkliche Begegnung mit dem Schöpfer und seiner Lebens- und Arbeitswelt ersetzen. Die klassische und beste Möglichkeit, einen Künstler und sein Werk kennenzulernen, ist der Atelierbesuch.

Schaumburger Künstlerinnen und Künstler gaben Interessierten die Gelegenheit, sie am Samstag, dem 13., und am Sonntag, dem 14. Mai 2017, jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr, in ihren privaten Räumlichkeiten und Werkstätten zu besuchen.

Download Flyer

Jubiläum 150 Jahre Max & Moritz aus Schaumburg

Über 40 Jahre seines Lebens verbrachte Wilhelm Busch in seinem Geburtsort Wiedensahl und war der Region sehr verbunden. Immer wieder kehrte er im Laufe seines Lebens zurück und viele seiner Werke haben hier ihre Wurzeln.

Um diesen großen Sohn unserer Region zu ehren, nehmen die Schaumburger Landschaft und der Landkreis Schaumburg sowie zahlreiche Akteure vor Ort dieses Jubiläum zum Anlass, ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm auf die Beine zu stellen. Sie können dabei kulturell aus dem Vollen schöpfen, denn der Bogen spannt sich hierbei von Kitaprojekten, über Rap- und Poetry Slam-Wettbewerbe, Ausstellungen zu den verschiedenen Aspekten des Schaffens von Busch, Theater-, Film- und Musikabenden bis hin zu einer Fachtagung.

Schon Busch befand: "Stets findet Überraschung statt / Da, wo man's nicht erwartet hat" - also lassen Sie sich überraschen von den zahlreichen Veranstaltungen für Jung und Alt und entdecken Sie den großen Künstler Wilhelm Busch.

Weitere Informationen finden Sie unter www.150-jahre-max-und-moritz.de

 

Tag des offenen Denkmals 2016

Der "Tag des offenen Denkmals hat am  11. September 2016 von 10 bis 18 Uhr in Rinteln und Umgebung stattgefunden. Informationen zu den 24 teilnehmenden Denkmälern finden Sie im Prospekt 2016.

MADE-IN-SCHAUMBURG

Was ist "MADE-IN-SCHAUMBURG"?

MADE-IN-SCHAUMBURG ist ein regionaler Popmusikwettbewerb, der die musikalisch interessierte Jugend im Schaumburger Land fördert und ihr eine Plattform für die Darstellung ihrer Kultur bietet. Inzwischen findet der Wettbewerb etwa alle drei Jahre statt. 2015 erlebt er seine 7. Auflage.

Die Einsendefrist ist verstrichen, und nun haben wir wieder die Qual der Wahl ...

15 Bewerbungen liegen uns vor, und wir haben Singer/SongwriterInnen dabei, einen performenden DJ, am meisten jedoch Bands jedweder Stilrichtung - von balladigem Blues und Indierock über Punk,  deutschen Rock- und Chansonpop bis hin zu Metalcore.

 Das, was Made in Schaumburg schon immer ausgezeichnet hat - die Vielfalt der Stile - ist in erfreulichem Maße auch diesmal wieder zu verzeichnen. Das Alter der Teilnehmer reicht dabei von 15 - 67 Jahren, wobei die meisten Bandmitglieder so um die 20 Lenze jung sind, Männlein wie Weiblein.

Die Finalisten von Made-7 stehen fest: 

(in alphabetischer Reihenfolge)
 -  Colored Music (ballads & blues, auch deutsche Titel) 
- Concept Of Drowning (Melodic Metal) 
- DJ-double-X (performender DJ)
-  ILS Delta (Rock, Pop, Blues, soulig angehaucht)
- Miriam Bruns-Laroche (Singer/Songwriterin - deutsch/franz. Popsongs) 
- Nachthimmel (Mix aus Indie/Rock/Punk/Beat)
- Restromantiker (deutscher Chanson-Pop) 
- Sundaysout (engl.-sprachiger Indie-Rock)
 -  Vollversion (Deutschrock)
 - Westpol. (deutscher Pop)

  Das wird bestimmt wieder ein sehr interessantes und stimmungsvolles Finale am Freitag, den 13. März!! 

Die Schaumburger Landschaft ist langjähriger Hauptsponsor. Weitere Informationen gibt es unter www.profund.de 

Band JOPE - Sieger Made in Schaumburg VI

SiegerfotoVI

Wilhelm-Busch-Preis 2015

  Wilhelm-Busch-Preis 2015 geht an Hans Traxler

Portrait Traxler

 Wilhelm Busch ist auch für viele moderne Zeichner noch immer ein Vorbild und Inspiration. 1997 wurde erstmals der Wilhelm-Busch-Preis vergeben, der jene Zeichner ehren soll, die im Sinne Wilhelm Buschs satirische und humoristische Versdichtung mit zeichnerischem Talent verbinden. Die drei Stifter, die Stiftung der Sparkasse Schaumburg, die Schaumburger Landschaft und die Schaumburger Nachrichten verleihen seit 2006 den Preis in dieser Form. Das Preisgeld beträgt 10.000 €. Bisherige Preisträger waren unter anderem Vicco von Bülow alias Loriot, Ernst Kahl und zuletzt, 2013, Franziska Becker. Nun wurde im September 2015 auch Hans Traxler in diese Reihe der so bekannten Preisträgerinnen und Preisträger aufgenommen, deren Arbeit immer auch von Wilhelm Busch inspiriert worden ist. Hans Traxler ist ein deutscher Maler, Cartoonist, Illustrator, Kinderbuchautor und einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Frankfurter Schule. Zudem ist er Mitbegründer des Satire-Magazins „Titanic“ ist. Seit den 1980er Jahren veröffentlichte er im ZEIT-Magazin, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Süddeutschen Zeitung und leistete damit einen zeichnerischen wie schriftstellerischen Beitrag zu gesellschaftspolitischen Themen. Auch zahlreiche Bücher sind von Traxler erschienen, die sein Lebenswerk um eine schriftstellerische Qualität ergänzen, die seinesgleichen sucht. Aus diesem Grund wurde Hans Traxler unter anderem bereits mit dem Deutschen Karikaturistenpreis und dem Göttinger Elch für sein Lebenswerk geehrt und erhielt nun den Wilhelm-Busch-Preis. Die Preisverleihung fand am 17.September 2015 im Ratskeller in Stadthagen statt.

900 Jahre Schaumburg - Der Anlass

Im Jahr 2010 feiern die Schaumburger ein großes Jubiläum. Genau 900 Jahre ist es dann her, dass der Name Schaumburg in der Geschichtsschreibung auftaucht. In einer im 12. Jahrhundert verfassten Chronik ist nämlich überliefert, dass 1110 der Sachsenherzog Lothar von Süpplingenburg, der spätere Kaiser Lothar III., den „edlen Mann Adolf von der Schaumburg“ mit den Grafschaften Holstein und Stormarn belehnte.

Damals war Schaumburg zwar nur eines von etwa 40 Territorien auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen. Aber Adolf von Schaumburg, mutmaßlicher Erbauer der gleichnamigen Burg, und seine Nachkommen wussten sich im Machtgefüge Norddeutschlands festzusetzen. Sie verschwägerten sich mit anderen Herrscherhäusern, kolonisierten Land und gründeten Städte.

Auf diese Weise wurde aus dem Schaumburger Land eine Grafschaft. Wenige Jahre nach dem Tod des Fürsten Ernst starb das Geschlecht der Schaumburger 1640 im Mannesstamm aus. Die Grafschaft Holstein wurde an den dänischen König verkauft. Kleine Teile der Grafschaft Schaumburg kamen zu Braunschweig-Lüneburg. Aus dem Übrigen entstand die hessische Grafschaft Schaumburg als hessisches Nebenland und die Grafschaft (später Fürstentum) Schaumburg-Lippe. Der Freistaat Schaumburg-Lippe war schließlich eines der vier Länder, aus denen 1946 das Bundesland Niedersachsen gebildet wurde. Seit 1977 ist das im Zuge einer Kreisreform im Wesentlichen wiedervereinigte alte Schaumburg ein niedersächsischer Landkreis.

Diese 900-jährige Geschichte hat ihre Spuren im Lande hinterlassen. Mehr als anderswo fühlen sich hier die Menschen mit ihrer Region verbunden. In Stadthagen und Rinteln, in Bückeburg und Bad Eilsen, in Obernkirchen und Bad Nenndorf, in Sachsenhagen und Rodenberg – überall bezeichnet man sich als Schaumburger. So darf sich Fürst Ernst, wenn er zum Jubiläum 2010 aus der Renaissance in unsere Zeit kommt, eines würdigen und warmherzigen Empfanges durch seine Landeskinder sicher sein.

Fürst Ernst 

Ernst Graf zu Holstein-Schaumburg wurde 1569 geboren. Er erhielt eine ungewöhnlich gute Ausbildung. Nach einem Studium an der Universität Helmstedt unternahm er ausgedehnte Reisen in Deutschland und nach Italien. In Brüssel lernte er die glanzvolle Hofhaltung und die reichen Kunstsammlungen des spanischen Statthalters der Niederlande kennen. Seine Reisen, die ihn auch nach Prag führten, schulten seinen Sinn für die Kunst. Wenige Jahre nach seiner Hochzeit fiel ihm 1601 durch den Tod seines Halbbruders überraschend die Landesherrschaft zu. Für die neue Rolle als regierender Fürst erwies er sich als außerordentlich gut geeignet. Anders als seine Vorgänger war er nicht mehr von ritterlichen Idealen geprägt, sondern ein Anhänger der damals modernen humanistischen Ideen. Zu seiner Zeit galt er als ein progressiver Landesherr, der seinen kleinen Staat neu ordnete. Ernsts geschickte Finanz- und Wirtschaftspolitik versetzte ihn schnell in die Lage, eine umfassende Bautätigkeit zu beginnen. Er erließ eine Kirchenordnung, die heute noch gilt und eine Polizei- und Amtsordnung, die bis 1806 in Kraft war. Er gründete zahlreiche Schulen, errichtete ein Gymnasium in Stadthagen und eine Universität Rinteln. Nach Außen sicherte er sein kleines Land durch einen Schutz- und Verteidigungsvertrag mit dem mächtigeren Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. Fürst Ernst starb 1622.
Fürst Ernst nutze sein Vermögen, um die Grafschaft Schaumburg zu einem Ort künstlerischer Avantgarde seiner Zeit zu machen. Die Untertanen hatten ihren Nutzen aus seiner Gesetzgebung und seinen wirtschaftlichen Maßnahmen. Bis heute prägen seine Bauwerke und Kunstwerke Schaumburg. Vielleicht war einer seiner Antriebe die Kinderlosigkeit, er wollte sich Nachruhm schaffen. Für uns heute ist er vor allem der Förderer der Kunst und der Wissenschaft. Seinen Zeitgenossen galt er jedoch als Schützer des Rechts. So liegt es nahe, sein Rechtsbewusstsein und sein Ansehen als Förderer des Rechts unter seinen Zeitgenossen in eine Spielidee umzusetzen.

Das erste Ziel des Fürsten Ernst nach seinem Amtsantritt war die Einführung einer guten modernen Verwaltung. Dazu brauchte er fähige Juristen. Es gelang ihm, auch Berühmtheiten an seinen Hof zu holen. Seine Mitarbeiter bezahlte er pünktlich und großzügig. Die moderne Verwaltung führte er durch den Erlass einer Kanzleiordnung ein. Über dem Amt des Kanzlers stand der Landdrost. Später wurde das Amt eines Hofrichters geschaffen. Er stand zwischen Landdrost und Kanzler. Das macht deutlich, welche Bedeutung Fürst Ernst der Rechtspflege beimaß. Ein weiteres Amt war das des Fiskals, der einerseits öffentlicher Ankläger war, der auf die Einhaltung der Polizeiordnung zu achten hatte, andererseits Untersuchungsrichter. Außerdem gehörte die Überwachung der kirchlichen Einnahmen zu seinen Aufgaben.

900 Jahre Schaumburg - Das Gerechtigkeitsbild

 Im Alten Rathaus in Stadthagen hängt im heutigen Trauzimmer, dem ehemaligen Amtszimmer des Stadtdirektors ein „Gerechtigkeitsbild“. Wie die Inschrift besagt, ist die „gemald Tafell“ eine Stiftung der Stadthagener Bürger Philip Mercklin, Herman Moller und Michaell Bomers für die Ratsstube ihrer Stadt. Das Bild ist in 3 Felder geteilt. Das linke zeigt das „Jüngste Gericht“, das rechte das „Urteil Salomoni“. Die Mitte bildet eine von einer allegorischen Gestalt – vielleicht "Justitia" – gehaltene Schrifttafel mit Bibelsprüchen zur Ermahnung der Richter.


Derartige "Gerechtigkeitsbilder" waren geläufige Ausstattungsstücke in Rathäusern, die Besonderheit des obigen Bildes ist jedoch die Darstellung des Salomon. Der König trägt die portraitähnlichen Züge des Fürsten Ernst von Holstein-Schaumburg. Und dies nicht von ungefähr. Denn der 1622 verstorbene Landesherr war um die Reform des Gerichtswesens besonders bemüht. Mit seiner Erneuerung der Kirchenordnung 1614 und ein Jahr darauf der Polizeiordnung für Zivil-, Straf-, Handels- und öffentliches Recht wurden von ihm zwei Gesetzgebungswerke umgesetzt, die seinen Zeitgenossen als so bedeutsam erschienen, dass beide Bücher in schwarzen Samt gebunden und mit den silbernen Aufschriften "Pietas" und "Justitia" bei seinem Leichenzug vom fürstlichen Kanzler vor dem Sarg hergetragen wurden.

Das Gemälde wurde ein Jahr nach dem Tod des Fürsten fertig gestellt. Es ist also keine Referenz an den regierenden Landesherren. Scheinbar wurde das Wirken des Fürsten Ernst, zumindest in Teilen, von der Nachwelt mit der Urteilsfähigkeit des Salomo, dem Inbegriff der irdischen Gerechtigkeit, gleichgesetzt.

Kulturpreis 2013 "Zeitgeschichte" des Landkreises Schaumburg

 Der Kulturpreis 2013 "Zeitgeschichte" des Landkreises Schaumburg wurde am 23. Oktober 2013 im Saal des Niedersächsischen Staatsarchivs in Bückeburg verliehen.

 

Preisträger sind Klaus Maiwald, Bückeburg (Erster Preis), Laudatio Dr. Stefan Brüdermann

und Rolf-Bernd de Groot †, Obernkirchen (Sonderpreis), Laudatio Prof. Dr. Karl-Heinz Schneider

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer.

900 Jahre Schaumburg - Die Projektidee

Im Sommer 2010 kehrt Fürst Ernst nach 388 Jahren wieder in sein Schaumburger Land zurück. Stilecht nimmt er mit Tross und Gefolge Quartier in seiner alten Residenzstadt Bückeburg und bricht von dort aus in verschiedenen Etappen zu einer mehr als heiklen Mission auf: Nämlich Frieden zu stiften im Schaumburger Land. Denn überall in der Region ist man sich in Dingen des öffentlichen Lebens uneins über den richtigen Weg. Hin und her wogen die Debatten zwischen Bürgern und Stadträten, zwischen Straßengemeinschaften und Bauverwaltungen, zwischen Schulträgern und Eltern. Mal geht es um Verkehrsbelastungen, mal um die Restaurierung und Umnutzung alter Gebäude. Hier soll eine Grundschule geschlossen werden, da eine Postfiliale, usw. usw …

Im Schaumburger Land braucht es endlich Einen, der als unbeteiligter Dritter, aber als bestens mit der Region Vertrauter alle Seiten hören wird, alle Argumente abwägen und schlussendlich eine gütliche  - ja salomonische Einigung zwischen allen Parteien herbeiführen kann. Und wäre da jemand besser geeignet als der  - schon kurz nach seinem irdischen Ableben wie eben der weise König Salomo verehrte – Fürst  Ernst von Holstein-Schaumburg?

So bereiten sich in den Städten und Gemeinden des Schaumburger Landes Bürgerinitiativen und Straßengemeinschaften, soziokulturelle Trägerinstitutionen und Heimatvereine, Kulturgruppen und Dorfgemeinschaften, Naturschützer, Ortsräte und Gemeindeverwaltungen an ihren jeweiligen Orten penibel darauf vor, ihre Anliegen ihrem Fürsten Ernst persönlich vorzutragen.

Denn dieser wird höchst selbst an verschiedene Orte im Schaumburger Land reisen um dort seine heutigen Untertanen anzuhören. Er wird sie nach allen Regeln von Fairness und Anstand miteinander disputieren lassen und nach eingehender Beratung mit seinen engsten Vertrauten schlussendlich eine Empfehlung für oder wider eine Seite sprechen. Im Zweifelsfalle kann es gut sein, dass Ihre Durchlaucht ad hoc einen Lokaltermin ansetzt um sich mit allen Parteien  vor Ort ein Bild der Lage zu machen.  Am Ende wird sein Urteil für oder gegen eine Sache aber insbesondere davon abhängen, wie anschaulich und kreativ das jeweilige Anliegen vorgetragen, bzw. wie elegant und hieb- und stichfest die Erwiderung ausgeführt wird.

In jedem Falle aber wird Fürst Ernst alles daran setzen, seiner im Land Schaumburg seit beinahe 400 Jahren gepflegten allegorischen Verherrlichung als salomonischer Richter (-> Abbildung) mehr als gerecht zu werden.

Und da er – ganz schillernder Potentat -  das helle Licht der öffentlichen Huldigung durchaus zu schätzen weiss und ohnehin wahrscheinlich alle „echten“ Schaumburger und ihre Gäste dabei sein wollen, wenn der  legendäre Fürst im Lande umherreist, sind die Gerichtstage auf großen öffentlichen Plätzen unter freiem Himmel angesetzt. Extra hierfür reist ein fürstliches Vorauskommando von Ort zu Ort, um Baldachine, Podeste, Tribünen, Zelte, Fahnen und weiteren Zierrat für Ihro Durchlaucht nebst Entourage bereitzustellen.

Darüber hinaus sind natürlich alle Bewohner vor Ort aufgefordert, ihrem Fürsten einen herzlichen Empfang zu bereiten und während der Verhandlungspausen für dessen leibliches Wohl  und Zerstreuung  Sorge zu tragen …

 

Dinosaurtrack Symposium Obernkirchen (2)

In den Jahren 2007 und 2008 wurden im Nordwesten Deutschlands, dem sogenannten "Deutschen Wealden" ("Berriasium"), in einem wissenschaftlich lange vernachlässigten Steinbruch fossile Fährten entdeckt.

Dabei handelt es sich um gut erhaltene Dinosaurierfährten, die in erstaunlich großer Anzahl in zwei unterschiedlichen Schichten auf dem Gelände der Obernkirchener Sandsteinbrüche GmbH gefunden wurden. Die Schichten repräsentieren eine Paläo-Lagunenlandschaft, die tropischen Stürmen ausgesetzt war.

Die etwas höher gelegene, etwa 2500 m² große Fläche trägt eher schwach ausgeprägte Rippelmarken, einige (Treib-) Holzabdrücke und tief eingetretene Dinosaurierfährten. Letztere sind im allgemeinen Erscheinungsbild den Fährtentypen Iguanodontipus und Caririchnium ähnlich, in klar definierten Fährtenzügen angeordnet und lassen sich auf halbwüchsige und ausgewachsene Fährtenerzeuger zurückführen.

Die stratigraphisch tiefer gelegene Fläche wartet mit Hunderten von kleinen bis großen Dinosaurierfährten auf. Der Begriff "Dinoturbation" passt für dieses Areal hervorragend. Etwa 75% der Fährten stammen von Raubdinosauriern, was für Fährtenflächen im Allgemeinen ungewöhnlich ist, und zu dem inoffiziellen Namen "Hühnerhof" führte. Bislang konnten etwa 400 m² dieser Schicht freigelegt werden. Inmitten der dicht gepackten Fährten wurden im Sommer 2008 didaktyle ("zweizehige") Fährten entdeckt. Der Fund dieser im Schnitt etwa 20 cm langen Fährten stellt für Europa ein Novum dar. Die didaktylen Trittsiegel lassen sich auf Grund morphologischer und morphometrischer Merkmale eindeutig den Troodontidae zuweisen.

  • Dino-5808

Viele Fragen sind nach der Entdeckung der Fährten offen geblieben. Deshalb lud die Schaumburger Landschaft zu einem Symposium in das mittelalterliche Stift Obernkirchen ein.
Die fachliche Leitung lag beim Niedersächsischen Landesmuseum Hannover.
Paläontologen aus der ganzen Welt sind der Einladung gefolgt. 

Das Symposium führte nicht nur zu einer fruchtbaren Diskussion vor den Originalfunden, sondern brachte auch auch die weitere internationale Beteiligung der Fährtenfachleute in Gang.
Für die breite Öffentlichkeit hielt Prof. Haubold, Halle, einen Abendvortrag, in dem er allgemein verständlich in die Thematik der Dinosaurierfährten und die Geschichte Ihrer Erforschung, aber auch der Obernkirchener Funde einführte.

Das Symposium wurde von der Stiftung Niedersachsen, der Klosterkammer Hannover und der Stiftung der Sparkasse Schaumburg finanziell unterstützt.

Die Ergebnisse werden in einem Tagungsband, der im Jahr 2012/13 erscheinen wird, festgehalten.

Kopie FAZ-Artikel