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Kloster Schinna (2009–2012)

Eines der größeren Projekte ist seit 2009 die Untersuchung und Präsentation des ehemaligen Klosters in Schinna. Angefangen mit geophysikalischen Erkundungen der Bauspuren im Untergrund zum Jahresbeginn 2010 (Eastern Atlas), wurde im weiteren Verlauf des Jahres ein archäologisches Bodenfenster in der Kirche eingerichtet, in dem die alten Fußböden und Mauerverläufe der Vorgängerkirche zum Tag des offenen Denkmals und dauerhaft für künftige Besucher sichtbar gemacht wurden. Im Herbst konnten in zwei Lehrgrabungen mit Ehrenamtlichen bzw. mit Studierenden der Universität München (Prof. Dr. B. Päffgen, S. Neupert) gezielt die Ergebnisse der Geophysik näher untersucht werden. Neben Bestattungen kamen die Reste verschiedener Klostergebäude des Mittelalters zutage. Dadurch liegen erstmals Erkenntnisse zu Grundriss und Gestalt der im 16. Jahrhundert abgerissenen mittelalterliche Kirche und der fehlenden Konventsgebäuden vor. 2011 wurden Teile des Chores der mittelalterlichen Kirche als massives Steinfundament festgestellt und mehrere bislang unbekannte Gebäude aus der Klosterzeit erkundet.

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St. Martini Kirche Stadthagen (2010)

In Stadthagen erbrachte die Neugestaltung der Freiflächen um die St. Martini Kirche wichtige Erkenntnisse zur Stadtgeschichte (zusammen mit Firma Arcontor). Insbesondere bei der tief reichenden Kanalerneuerung stieß man auf zahlreiche gut erhaltene Bestattungen des die Kirche umgebenden Friedhofs. Der feuchte Untergrund hatte zu einer hervorragenden Erhaltung der Särge geführt, die mit Hilfe der Dendrochronologie datiert werden konnten. Die ältesten Hölzer weisen in die Zeit noch vor der Stadtgründung im frühen 13. Jahrhundert und sind dadurch von besonderem Interesse für die Gründung der Stadt. Der Friedhof, von dem über 100 Gräber nachgewiesen werden konnten, bestand seit Errichtung der St. Martini-Kirche bis zur endgültigen Verlagerung des Friedhofs vor die Tore der Stadt um 1800.

 

 

Stift Obernkirchen (2009)

Im Stift Obernkirchen ist die Anlage eines Gartens im Kreuzhof geplant. Vorher wurde in zwei Sondagen geklärt, ob archäologische Spuren der ins Hochmittelalter zurückreichenden Anlage gefährdet sind. An der Südwand der Kirche konnten in 0,65 m Tiefe wohl Fußbodenreste des ehemaligen Kreuzgangsflügels nachgewiesen werden. Daneben ist durch zwei Bestattungen und zahlreiche verlagerte Menschenknochen die Nutzung des Kreuzhofs und des nördlichen Kreuzgangs für Bestattungen belegt. Das mittelalterliche Oberflächenniveau dürfte 0,6 bis 0,7 m unter dem heutigen gelegen haben, etwa auf Höhe der heutigen Kreuzgangfußböden. Jüngere Auffüllschichten, die den Funden nach vermutlich im Zusammenhang mit größeren Baumaßnahmen des 15./16. Jh. stehen, decken diese Niveaus ab.

Bestattung im Kreuzhof von Stift Obernkirchen