Geschichte der Schaumburger Landschaft

Die Schaumburger Landschaft wurde im November 1992 gegründet. Sie ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Als Vorbilder gelten die 13 Landschaften und Landschaftsverbände, die in anderen niedersächsischen Regionen arbeiten.

„Landschaften“ nannte man im Mittelalter die Gremien, in denen sich die Stände organisierten: Klerus (also Kirche), Adel und Städte. Die Landschaften verstanden sich als Vertreter des Volkes gegenüber den jeweiligen Landesherren, auch wenn sie nicht in einem Maß demokratisch legitimiert waren, wie wir das von heutigen Volksvertretungen kennen. Sie bildeten das politische Gegengewicht zum Willen und Walten der Landesherren.

Eine derartige Ständevertretung gab es auch im heutigen Schaumburg. Die ältesten Dokumente, die von Grafen zu Schaumburg berichten, reichen in das 12. Jahrhundert zurück. Sie waren schon zu dieser Zeit sehr einflussreich und wurden mit dem Amt des Grafen von Holstein belehnt. Ihre Stammlande mit der Burg Schaumburg waren zum großen Teil mit dem heutigen Landkreis Schaumburg deckungsgleich. Als der letzte Graf zu Schaumburg 1640 starb, zerfiel sein Territorium im Wesentlichen  in Schaumburg-Lippe und in die Grafschaft Schaumburg, die Hessen angegliedert wurde. Erst 1977 fügte die Gebietsreform, die die Landesregierung angeschoben hatte, die beiden Teile wieder zum Landkreis Schaumburg zusammen.

Trotz der mehr als drei Jahrhunderte andauernden Trennung blieb in beiden Landesteilen das Bewusstsein, ein Schaumburger zu sein, erhalten. Diese starke „Schaumburger Identität“ ist auch heute noch spürbar, trotz Zuwanderung, trotz gestiegener Mobilität, trotz beruflicher Ausrichtung auf die Nachbarregionen.