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Aktuelles

Online-Vortragsreihe zu Schaumburger Trachten startet

Seit fast einem Jahr ist die Kultur im Schaumburger Land bedingt durch die Corona-Pandemie stark eingeschränkt. Das betrifft auch und gerade die Aktivitäten der Trachtengruppen. Bis kulturelle Veranstaltungen wieder im gewohnten Rahmen stattfinden können, wird noch einige Zeit vergehen. Aus diesem Grund möchten die Schaumburger Landschaft Interessierten im Rahmen einer lockeren virtuellen Vortragsreihe die Möglichkeit geben, sich mit interessanten Themen rund um die Schaumburger Trachten zu beschäftigen. Zum Auftakt wird am 10. März 2021 um 20:00 Uhr per Zoom-Meeting folgender Vortrag angeboten:

Kunsthandwerk und regionale Identität: Die Stickereien der Schaumburger Trachten
Referent: Jürgen Sturma, Minden

Die Schaumburger Trachten gelten gemeinhin als besonders farbenfroh. Die Volkskundler des 20. Jahrhunderts haben sich in der Regel auf die Beschreibung der zeitgenössischen Stickereien beschränkt, während die Entwicklung der Muster in den verschiedenen Landschaften keine Rolle spielte. Neben der Frage nach den Herstellern der Stickereien zeigt Jürgen Sturma in seinem Vortrag, wann die bestickten Trachtenstücke in die Kleidung der bäuerlichen Gesellschaften aufgenommen wurden und wie sie sich entwickelt haben. Anhand von ausgewählten Kleidungsstücken wird die Wechselwirkung zwischen Herstellern, Kunden und Trachtenregion detailliert vorgestellt.

Jürgen Sturma, Diplomstudium der Biologie an der TU Braunschweig, wissenschaftlicher Koordinator bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen zu regionalhistorischen und volkskundlichen Themen, insbesondere über die so genannten Schaumburger Trachten und die Trachten der Schönhengster Sprachinsel in Mähren.

Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle der Schaumburger Landschaft bis zum 8. März 2021 per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an. Die Zugangsdaten werden dann zugesandt. 


Mawil wird mit dem Wilhelm-Busch-Preis 2021 für sein Werk geehrt


 

Der Berliner Comic-Autor Markus Witzel alias Mawil wird mit dem diesjährigen Wilhelm Busch-Preis für satirische und humoristische Zeichenkunst und Versdichtung ausgezeichnet. Der Wilhelm-Busch-Preis wird alle zwei Jahre von der Stiftung Sparkasse Schaumburg, der Schaumburger Landschaft und den Schaumburger Nachrichten verliehen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Wilhelm Busch gilt als Wegbereiter des modernen Comics. Jahrzehntelang lebte und arbeitete er in seinem Geburtsort Wiedensahl in Niedersachsen. Seine Zeichnungen und sein brillanter Sprachwitz sind bis heute beeindruckend. Der Wilhelm-Busch-Preis würdigt im deutschsprachigen Raum Autorinnen und Autoren, die sich in ihrer Arbeit der künstlerischen Qualität und der Tradition Wilhelm Buschs verbunden und verpflichtet fühlen. Hierbei sind nicht nur deren Fähigkeiten als satirische Erzähler gefragt, sondern vor allem auch eine ästhetisch-hochwertige Zeichenkunst. Bisherige Preisträger waren Robert Gernhardt, F.W. Bernstein, Vicco von Bülow (Loriot), Ernst Kahl, Franziska Becker, Hans Traxler und Ralf König. 2019 hat Isabel Kreitz den Wilhelm-Busch-Preis erhalten.

Mit Mawil ehrt die Jury in diesem Jahr einen national wie international höchst angesehenen, aber vor allem auch viel gelesenen Comic-Künstler, dessen Auszeichnung für den Wilhelm-Busch-Preis in mehrfacher Hinsicht eine Wegscheide markiert.

So wird mit dem 1976 geborenen Markus Witzel erstmals ein Zeichner geehrt, der auf eine Veröffentlichungshistorie seiner Werke zurückblicken kann, die komplett in das 21. Jahrhundert fällt. Er steht zudem für eine neue Künstler-Generation, die selbstbewusst die Hochschulen für eine ausgewiesene Comic-Ausbildung für sich erobert hat. Im Fall von Mawil war das die Kunsthochschule Berlin-Weißensee, wo er auch Teil der Monogatari-Gruppe war, der neben ihm Comic-Schaffende wie Jens Harder oder Ulli Lust angehörten, die bis in diese Tage wichtige Protagonisten der deutschsprachigen Comic-Szene sind.

Mawil ist auch der erste Wilhelm-Busch-Preisträger, der in der DDR geboren wurde, wo er seine Kindheit in Ost-Berlin in einer religiös geprägten Familie verbrachte, die den Alltag in kritischer Übereinkunft mit den Erwartungen der sozialistischen Herrschaftsordnung organisieren musste. Von dieser Zeit erzählt auch sein – in Teilen klar autobiographisch konnotiertes – Comic-Schaffen. Allen voran die preisgekrönte Graphic Novel „Kinderland“ von 2014, die zur Zeit des Mauerfalls spielt und für Mawil mit zahlreichen Übersetzungen, darunter einer vielbeachteten französischen Ausgabe, den endgültigen internationalen Durchbruch markierte.

Alle seine Comics zeichnet bereits beginnend mit seinen Frühwerken „Strandsafari“ und „Wir können ja Freunde bleiben“ ein gleichzeitig sehr lockerer wie auch ungemein stilsicherer Zeichenstrich aus – der ganz spezielle Mawil-Stil. Der Künstler selbst siedelt diesen zwischen klassischem Funny und spontanem Krakel an. Die Zeichnungen strahlen so eine ungekünstelte Authentizität aus, die perfekt zu den sehr persönlichen Inhalten seiner Werke passt.

Das bestätigen ganz besonders seine opulenten Comic-Sonntagsseiten, die von 2006 bis 2019 im Berliner „Tagesspiegel“ erschienen. Hier konnte er sich – gepaart mit einer unglaublichen Detailfülle in den Zeichnungen – nicht nur in die Tradition der großen amerikanischen Zeitungs-Comics stellen, sondern eroberte sich mit diesem grandiosen Comic-Schaufenster schon in jungen Jahren ein veritables Massenpublikum.

Das galt erst recht, als Mawil vor zwei Jahren als erster deutscher Comic-Künstler die franko-belgische Traditionsserie „Lucky Luke“ für ein Album übernahm und dem Westernhelden gleich einen Sattelwechsel verpasste – runter von Jolly Jumper und rauf auf einen Drahtesel. Wie er diese sich überraschend gut in das Setting des Originals einpassende Aufgabe bewältigte und gleichzeitig einen authentischen Mawil-Comic ablieferte, unterstreicht die Meisterschaft dieses Künstlers, von dem auch in den nächsten Jahren sicherlich noch Großes zu erwarten ist. Humor, Vielseitigkeit und der genaue Blick auf den menschlichen Alltag zeichneten auch Wilhelm Busch aus. Mawil tritt – ganz in diesem Sinne – würdig in seine Nachfolge.

Bibliographie (Auswahl):

Die Band – Reprodukt, Berlin 2004
Strandsafari – Schwarzer Turm, Hünfeld 2002
Wir können ja Freunde bleiben – Reprodukt, Berlin 2003
„Vom Leben gezeichnet“-Beiträge – Zeitungs-Sonntagsseiten in „Der Tagesspiegel“, Berlin 2006-2019 (Buchausgabe bei Reprodukt, Berlin 2015)
Action Sorgenkind – Reprodukt, Berlin 2007
Kinderland – Reprodukt, Berlin 2014
Lucky Luke Hommage 3: Lucky Luke sattelt um – Egmont, Berlin 2019

Jury des Wilhelm-Busch-Preises:
Prof. Hans-Georg Bögner, SK Stiftung Kultur/SK Stiftung Jugend und Medien der Sparkasse KölnBonn
Prof. Dr. em. Dietrich Grünewald, Kunstdidaktiker, Universität Koblenz-Landau
Martin Jurgeit, Comic-Fachjournalist, u. a. für „buchreport“, Dortmund, und „Der Tagesspiegel“, Berlin
Dr. Gisela Vetter Liebenow, Museum Wilhelm Busch – Dt. Museum für Karikatur und Zeichenkunst, Hannover

Hans-Huckebein-Preis für humoristische und satirische Versdichtung

Ausschreibung für 2021

Gewürdigt wird humoristische und satirische Versdichtung im Sinne Wilhelm Buschs.

Dabei geht es nicht etwa um Stilkopien seiner Arbeiten. Vielmehr werden Autorinnen und Autoren ausgezeichnet, die auf eigenständige, kreative Weise den dichterischen Ansatz des Wiedensahler Künstlers fortsetzen und um kontemporäre Aspekte erweitern. Dabei ist die Aufnahme gesellschaftlicher Themen und Konstellationen erwünscht.

Das Preisgeld beträgt insgesamt 2.500 Euro.

Die Teilnahme am Wettbewerb ist offen. Die Beiträge müssen bisher unveröffentlicht sein. Eine unabhängige Jury wählt aus allen Einsendungen die Preisträgerinnen und Preisträger aus und behält sich eine Staffelung des Preisgeldes vor. Der/die Gewinner*innen des Hans-Huckebein-Preises werden im Rahmen einer Preisverleihung ausgezeichnet. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Voraussetzungen

Die Beiträge der Einsender und Einsenderinnen dürfen insgesamt nicht mehr als 3.500 Zeichen inklusive Leerzeichen umfassen. Längere Beiträge bleiben unberücksichtigt. Pro Bewerbung dürfen maximal drei Texte eingereicht werden.

Alle Texte müssen anonymisiert als Anhang einer E-Mail im docx-, doc-, odt- oder pdf-Format eingereicht werden. Bitte fügen Sie als zweiten Anhang eine Datei mit Ihren persönlichen Informationen bei. Dazu gehören:

Name, Vorname
Anschrift, Telefon, E-Mail-Adresse
Beruf und Alter

Die Teilnehmenden stimmen einer eventuellen honorarfreien Veröffentlichung auf der Internet-Seite des Wilhelm-Busch-Preises sowie der Nutzung des Beitrages bei Präsentationen des Wettbewerbs zu.

Persönliche Daten der Bewerberinnen und Bewerber werden ausschließlich zu organisatorischen Zwecken und für die Dauer des Wettbewerbs gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben.

Der Einsendeschluss ist der 31. März 2021.

Eine Rücksendung oder weitere Kommentierung der eingereichten Unterlagen erfolgt nicht.

Adresse

Bewerbungen sind zu richten an:

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Neuerscheinung: Ein Pferd hängt im Baum – Der Bückeberg in Geschichte(n) und Gegenwart

Der Schaumburger Teil des Bückebergs prägt das charakteristische Landschaftsbild unserer Region. Als geografischer Mittelpunkt Schaumburgs erstreckt sich der Höhenzug zwischen Stadthagen, Bad Nenndorf, Apelern, Rehren, Bad Eilsen und Obernkirchen. Der Bückeberg liefert Holz und den weltweit bekannten Obernkirchener Sandstein, er ist reich an Flora und Fauna und ein attraktiver Verweilort für Naturliebhaber, Touristen und Sporttreibende. 

Mit dem vorliegenden Band wird erstmals die enorm facettenreiche und vielgestaltige Geschichte des Bückebergs von seiner urzeitlichen Entstehung bis in die Gegenwart gebündelt dargestellt. Der Herausgeber Stephan Walter hat als „Bückeberger“ und promovierter Historiker über mehrere Jahre eine Vielzahl von Quellen und Materialien aus Archiven und Zeitungsartikelsammlungen zusammengestellt. Flankierende Hilfe erhielt er von zahlreichen Zeitzeugen aus dem Schaumburger Land und von außerhalb. Hinzu kommen Beiträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Archäologie, Paläontologie, Biologie, Geschichte und Informatik. Manche Texte wurden bereits vor vielen Jahren und breit verstreut publiziert; sie werden hier erstmals systematisch zusammengeführt. 

Als „Lesebuch“ konzipiert, handelt es sich bei der Publikation um ein informativ-unterhaltsames und reich bebildertes Nachschlagewerk, das in 14 Kapiteln neben „großen Themen“ wie Wald und Forst, Sandstein und Bergbau zahlreiche Beiträge zur Gesellschaftsgeschichte, zu Tourismus, Sport, Natur und Umwelt des Schaumburger Bückebergs enthält. Besonders gekennzeichnet sind Anekdoten und Zeitzeugen-Berichte von Menschen, die auf dem Bückeberg lebten und arbeiteten. Sie zeigen, wie lebendig der Bückeberg in den Köpfen der Menschen und in ihrer Lebenswelt ist.

Ein Pferd hängt im Baum – Der Bückeberg in Geschichte(n) und Gegenwart. Herausgegeben von Stephan Walter. Reihe: Kulturlandschaft Schaumburg; Bd. 24, Verlag Jörg Mitzkat, 748 S., zahlr. Abbildungen, geb., 17 x 24 cm, ISBN 978-3-95954-085-8, € 39,80. Erhältlich im Buchhandel.

Majanko gewinnt Plattsounds-Finale 2020

Die Band aus Wilhelmshaven spielte das beste plattdeutsche Lied des Jahres mit ihrem Titel „Wies“ und gewann damit 1.500 Euro. Im 10. Jahr konnte das Finale des Contests nur als Livestream stattfinden – und überzeugte mit kreativen Videos.

Mit ihrem Pop-Indie-Song „Wies“ hat die Band Majanko das „beste plattdeutsche Lied des Jahres“ nicht auf die Bühne, aber in den Livestream des Plattsounds Bandcontests gebracht. Die Musiker aus Wilhelmshaven haben das Finale gewonnen und erhalten dafür 1.500 Euro. „Wir sind total überwältigt und freuen uns, dass sich Menschen auf unsere Musik einlassen und Freude an ihr finden“, sagt Sänger Majanko Bauer. „Trotz der außergewöhnlichen Zeit, die wir alle gerade durch­machen, spüren wir, dass uns durch Musik ein Stückchen soziale Wärme erhalten bleibt.“ 

14 Bands und Singer-Songwriter aus ganz Niedersachsen nahmen im Jubiläumsjahr 2020 teil.

Auf den zweiten Platz wählte die Jury die Band 1918 Hafenbande mit ihrem „Hafenwave“-Titel „Keen Meer to wiet“. Die Musiker aus Rotenburg/Wümme erhalten dafür 1.100 Euro als Preisgeld. Dritte wurden Mountain River mit „Sett di daal, (mien) Söte“ und freuen sich über 800 Euro. Juror Jakobus Durstewitz war begeistert: „Die Band Mountain River aus Braunschweig möchte ich ermu­tigen, viel mehr auf Plattdeutsch zu schreiben. Die weiche, melodiöse Sprache passt so gut zu dem folkigen Sound, der alles andere als ‚platt‘ daherkommt, sondern internationales Niveau hat und durch das Plattdeutsche als Alleinstellungsmerkmal enorm gewinnt.“

Der Publikumsliebling wurde im Online-Voting bestimmt – dabei gingen sogar zwei Bands punkt­gleich als Sieger hervor: Stepdragon aus Bad Bevensen und Razor Punch aus Wanna. Beide er­halten ein Preisgeld von 300 Euro. Gewonnen haben aber alle Teilnehmer, denn im Pandemie-Jahr 2020 erhalten alle, die nicht auf dem Treppchen gelandet sind, ein Trostpflaster von 100 Euro als „Corona-Bonus“. Damit sollen die Künstlerinnen und Künstler unterstützt werden, denen in diesem Jahr viele Auftrittsgelegenheiten entgangen sind.

Jurorin Ilka Brüggemann (NDR 1) zeigte sich beeindruckt: „Ich habe mich sehr über die musika­lische Vielfalt gefreut. Sie hat auch in diesem Jahr wieder gezeigt, dass Plattdeutsch bei jungen Leuten wieder und immer mehr gut ankommt und das auch nachhaltig!“

"Wegen des Coronavirus musste Plattsounds neue Wege beschreiten. Aber auch online konnte das Festival-Feeling und die Bandbreite moderner plattdeutscher Musik transportiert werden“, sagt Juror Stefan Meyer von der Oldenburgischen Landschaft. „Liebe, Hoffnung und Zukunft waren die Inhalte der Beiträge. Damit war Plattsounds auch wieder ein Beispiel für die gute musikalische Umsetzung der Themen, die uns beschäftigen."

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte Plattsounds erstmals nicht live stattfinden. Statt wie sonst mindestens 200 Besucher vor Ort fanden sich am Samstag mehr als 700 Zuschauer im Livestream ein, um den plattdeutschen Grand Prix zu verfolgen. Moderatorin Annie Heger führte gemeinsam mit der Jury bestehend aus Denise M'Baye (Sängerin/Schauspielerin), Jakobus Durstewitz (Musiker/Sänger der Band JaKönigJa), Ilka Brüggemann (NDR 1) und Stefan Meyer (Oldenbur­gische Landschaft) gewohnt unterhaltsam durch den Abend. Die Bands zeigten sich in kreativen und unterhaltsamen Videos, die auch künftig auf dem YouTube-Kanal von Plattsounds angeschaut werden können.

„Der Abend war ein plattdeutscher Segen“, sagte Musikerin und Schauspielerin Denise M'Baye. „Ich bin neu verliebt in diese heitere und warme Sprache und die Menschen, die sie sprechen und bei Plattsounds auch singen. Bin noch ganz beseelt von einem herrlichen Abend und freue mich auf nächstes Jahr.“

„Das Jubiläumsjahr war für Plattsounds eine besondere Herausforderung, aber die Bands haben gezeigt, wie auch aus der Not etwas Großartiges entstehen kann“, sagt Lu Seegers, Geschäftsfüh­rerin der Schaumburger Landschaft, die den diesjährigen Wettbewerb, der zugleich der zehnjäh­rige Jubiläumscontest ist, ausrichtete. „Aber gerade in dieser Situation wurde wieder deutlich, wie verbindend und kreativ Sprache sein kann und dass Plattdeutsch weiterhin Menschen zusammen­bringt und Neues entstehen lässt.“

Seit der ersten Ausgabe des Plattsounds Bandcontests haben sich Hunderte Bands aus allen Re­gionen Niedersachsens beworben, um ihre Musik auf Plattdeutsch zu spielen. Das Projekt zeigt damit, wie beliebt und lebendig die Sprache weiter ist.

Plattsounds ist ein Kooperationsprojekt von acht Landschaften und Landschaftsverbänden aus Niedersachsen, die den Wettbewerb im Rahmen der Kampagne „Platt is cool“ (www.platt-is-cool.de) umsetzen. Im Jahr 2020 war die Schaumburger Landschaft der Veranstalter.

Corona-Förderprogramm „Niedersachsen dreht auf“ für Solo-Selbständige in der Kultur

Das Land Niedersachsen (Ministerium für Wissenschaft und Kultur) und die Landschaften und Landschaftsverbände unterstützen ab sofort soloselbständige Künstlerinnen und Künstler und Kultureinrichtungen, die seit März 2020 von der Corona-Pandemie betroffen sind (z.B. durch den Wegfall von Einnahmen). Ziel ist es, die Kulturszene zu revitalisieren.

Als Solo-Selbständige in der Kultur gelten im Haupterwerb selbständig tätige, nicht angestellte Künstlerinnen und Künstler, sowie andere Personen, deren Mitwirkung notwendige Voraussetzung dafür ist, dass kulturelle Angebote stattfinden können. Als solo-selbständig gilt nicht, wer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Es gibt vier Förderlinien: Kulturelle Veranstaltungen (A), Kulturelle Bildung (B), innovative Projekte (C) und Förderungen für Solo-Selbständige im nicht-öffentlichen künstlerischen Bereich (D). Anträge können je nach Förderlinie ab sofort oder in Kürze gestellt werden. Es gilt eine Bagatellgrenze von 1.500 Euro (d.h. eine Förderung ist erst ab einem Förderbedarf von 1.500,01 Euro möglich).

Die Schaumburger Landschaft ist für das Schaumburger Land in der Förderlinie A und B für die Mittelvergabe verantwortlich, soweit es sich nicht um Projekte im Bereich der Erwachsenenbildung handelt. In der Förderlinie C erfolgt die Mittelvergabe je nach Antragshöhe durch die Schaumburger Landschaft oder durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur. In der Förderlinie D erfolgt die Mittelvergabe ausschließlich durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Download Förderkriterien                                          Download FAQs

Förderlinie A - Kulturelle Veranstaltungen:

Die Förderlinie A richtet sich an kulturelle Einrichtungen, die Verträge mit Solo-Selbständigen für die Mitwirkung an und die Durchführung von öffentlichen kulturellen Veranstaltungen in allen Sparten abschließen.

Die Umsetzung der Förderlinie A erfolgt ausschließlich über die niedersächsischen Landschaften und Landschaftsverbänden in ihren jeweiligen Regionen.

Was wird gefördert?

Gefördert werden können alle Ausgaben, die unmittelbar durch Vertragsabschlüsse mit Solo-Künstlerinnen und -Künstlern und Zusammenschlüssen (z.B. Bands, Ensembles, Freie Theatergruppen) sowie für die Veranstaltung wichtigen Dienstleistern (wie Tontechnik, Bühnenaufbau, Grafik etc.) einschließlich Nebenkosten und Spesen mit einer Förderquote bis zu 100 %. Die Honorare für die Solo-Selbständigen müssen angemessen sein, dürfen aber 2.000 Euro pro Person und Veranstaltung nicht übersteigen. Antragsteller ist die ausführende Kultureinrichtung. Ein einzelner Antragsteller kann bis zu drei Anträge stellen, insgesamt aber maximal 30.000 Euro erhalten. Zu den förderfähigen Ausgaben im Rahmen der Vertragsabschlüsse mit den Solo-Selbständigen gehören ferner:

  • - Reise- und Übernachtungskosten für die Solo-Selbständigen
  • - GEMA und KSK für die genannten Personen.
  • - In Einzelfällen auch die Anmietung von Technik

Antragsberechtigt sind …

- Einrichtungen mit einem regelmäßigen Kultur- und Bildungsangebot mit Sitz im Schaumburger Land
- Juristische Personen des privaten Rechts oder natürliche Personen 

Eine Förderung ist ausgeschlossen …

- bei Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts
- bei Einrichtungen in Trägerschaft des Bundes, des Landes oder der Kommunen
- bei laufenden und anderweitigen Personal- und Sachkosten, Folgekosten und Investitionen
- für die Produktion und Aufführung von Zirkus- oder Filmvorführungen
- beim ausschließlichen Abspielen von Ton- bzw. Bild-/Tonträgern

Die Antragstellung erfolgt …

- bei der Schaumburger Landschaft 
- fortlaufend, spätestens jedoch bis zum 28. Februar 2021

Die Anträge sind per Post an die Schaumburger Landschaft, Schloßplatz 5, 31675 Bückeburg zu richten und müssen folgende Unterlagen enthalten: 

- Ausgefülltes Antragsformular
- Projektbeschreibung (max. 6 Seiten)
- Aufstellung der förderfähigen Ausgaben gemäß Förderlinie A und Angabe der beantragten Fördersumme
- Entwürfe der unterschriftsreifen Verträge mit den Solo-Selbständigen
- Schriftliche Erklärung der Solo-Selbständigen zu pandemiebedingten Einschränkungen seit März 2020 (z.B. Wegfall von Einnahmen, Aussetzung von Proben, Absage von Gastspielen).

Zum Zeitpunkt der Antragstellung darf mit dem Vorhaben noch nicht begonnen worden sein. Mit dem Förderantrag kann jedoch zugleich der
vorzeitige Maßnahmebeginn formlos beantragt werden.

Download Antrag Förderlinie A                Download Erklärung des Solo-Selbständigen

 

Förderlinie B - Kulturelle Bildung:

Die Förderlinie B unterstützt Einrichtungen mit einem regelmäßigen Kultur- und Bildungsangebot, die für die Durchführung ihrer Angebote Verträge mit Solo-Selbständigen abschließen.

Was wird gefördert?

Analog zu Förderlinie A können auch Einrichtungen der kulturellen Bildung Honorar-Zuschüsse für Solo-Selbständige erhalten, allerdings nur mit einer Förderquote von bis zu 60 %. Dazu zählen nicht nur Künstlerinnen und Künstler, sondern auch Solo-Selbständige, deren Mitwirkung notwendige Voraussetzung dafür ist, dass die Veranstaltung stattfinden kann (Techniker, Pädagogen etc.). Die Honorare für die Solo-Selbständigen müssen angemessen sein, dürfen aber 2.000 Euro pro Person und Veranstaltung nicht übersteigen. Die Verträge müssen eine Mindestlaufzeit von vier Monaten haben. Antragsteller ist die ausführende Einrichtung der kulturellen Bildung. Ein einzelner Antragsteller kann bis zu drei Anträge stellen, insgesamt aber maximal 30.000 Euro erhalten. Antragsteller ist die ausführende Kultureinrichtung.

Zu den förderfähigen Ausgaben im Rahmen der Vertragsabschlüsse mit den Solo-Selbständigen gehören ferner:

- Reise- und Übernachtungskosten für die Solo-Selbständigen
- GEMA und KSK für die genannten Personen.
- In Einzelfällen auch die Anmietung von Technik

Antragsberechtigt sind …

- Einrichtungen mit einem regelmäßigen Kultur- und Bildungsangebot mit Sitz im Schaumburger Land
- Juristische Personen des privaten Rechts oder natürliche Personen 

Eine Förderung ist ausgeschlossen …

- bei Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts
- bei Einrichtungen in Trägerschaft des Bundes, des Landes oder der Kommunen
- bei laufenden und anderweitigen Personal- und Sachkosten, Folgekosten und Investitionen
- für die Produktion und Aufführung von Zirkus- oder Filmvorführungen
- beim ausschließlichen Abspielen von Ton- bzw. Bild-/Tonträgern

Die Antragsstellung erfolgt …

- bei der Schaumburger Landschaft 
- fortlaufend, spätestens jedoch bis zum 28. Februar 2021
- bei der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB): www.aewb-nds.de, wenn es sich um Anträge aus dem Bereich der Erwachsenenbildung handelt

Alle übrigen Anträge sind per Post an die Schaumburger Landschaft, Schloßplatz 5, 31675 Bückeburg zu richten und müssen folgende Unterlagen enthalten:

- Ausgefülltes Antragsformular
- Projektbeschreibung (max. 6 Seiten)
- Aufstellung der förderfähigen Ausgaben gemäß Förderlinie B und Angabe der beantragten Fördersumme
- Entwürfe der unterschriftsreifen Verträge mit den Solo-Selbständigen
- Schriftliche Erklärung der Solo-Selbständigen zu pandemiebedingten Einschränkungen seit März 2020 (z.B. Wegfall von Einnahmen, Aussetzung von Proben, Absage von Gastspielen).

Zum Zeitpunkt der Antragstellung darf mit dem Vorhaben noch nicht begonnen worden sein. Mit dem Förderantrag kann jedoch zugleich der vorzeitige Maßnahmebeginn formlos beantragt werden.

Download Antrag Förderlinie B                     Download Erklärung des Solo-Selbständigen

 

Förderlinie C - Innovative Projekte:

In der Förderlinie C werden Vorhaben von Solo-Selbständigen in der Kultur gefördert, die sich in innovativen Projekten künstlerisch mit aktuellen gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzen.

Was wird gefördert?

Gefördert werden können alle projektbezogenen Ausgaben von innovativen Vorhaben, die sich inhaltlich mit aktuellen gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen und künstlerisch auseinandersetzen und eine hohe künstlerische Qualität aufweisen.

Es können bis zu 90 % der zuwendungsfähigen Ausgaben als Fördersumme beantragt werden. Die Antragssumme darf nicht höher als 30.000 Euro sein.

Förderfähig sind ausschließlich Neuproduktionen. Mit dem beantragten Projekt sollen überwiegend die Aktivitäten von Solo-Selbständigen finanziert werden.

Gefördert werden Projekte in folgenden Bereichen:

- Produktionen der darstellenden Künste
- Musikprojekte
- Ausstellungen und Projekte in Museen, Kulturvereinen und vergleichbaren Einrichtungen
- Soziokulturelle Projekte
- Projekte der kulturellen Bildung 

 Antragsberechtigt sind …

- Einrichtungen mit einem regelmäßigen Kulturangebote mit Sitz in Niedersachsen
- Zusammenschlüsse von Kulturakteuren mit Sitz in Niedersachsen
- Juristische Personen des privaten Rechts oder natürliche Personen

Eine Förderung ist ausgeschlossen…

- bei Wiederaufnahmen und Wiederholungen von Projekten
- bei Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts
- bei Einrichtungen in Trägerschaft des Bundes, des Landes oder der Kommunen
- bei laufenden und anderweitigen Personal- und Sachkosten, Folgekosten und Investitionen
- bei der Produktion und Aufführung von Film- und Zirkusvorführungen
- das ausschließliche Abspielen von Ton- bzw. Bild-/Tonträgern

Wie erfolgt die Antragsstellung?

Anträge mit einer beantragten Fördersumme bis 7.999 Euro sind per Post an die Schaumburger Landschaft, Schloßplatz 5, 31675 Bückeburg zu richten.

Es gelten folgende Antragsfristen: 30. Oktober 2020 und 1. Februar 2021

Die Anträge müssen folgende Unterlagen enthalten:

- ausgefülltes Antragsformular
- Projektbeschreibung (max. 6 Seiten)
- Kosten- und Finanzierungsplan

Zum Zeitpunkt der Antragstellung darf mit dem Vorhaben noch nicht begonnen worden sein. Mit dem Förderantrag kann jedoch zugleich der vorzeitige Maßnahmebeginn formlos beantragt werden.

Anträge mit einer beantragten Fördersumme ab 8.000 Euro bis 30.000 Euro sind per Post direkt an das Land zu richten: Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Referat 33, Leibnizufer 9, 30169 Hannover. Antragsstichtage beim MWK sind der 31.10.2020 und der 15.12.2020. Zur Fristwahrung gilt das Datum des Poststempels.

Weitere Informationen hierzu erhalten Sie auf der Website des MWK: https://www.mwk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/ausschreibungen_programme_forderungen/corona-sonderprogramm-fur-solo-selbststandige-und-kultureinrichtungen-192816.html

Download Antrag Förderlinie C                     Download Erklärung des Solo-Selbständigen

 

Förderlinie D - Solo-Selbständige im nichtöffentlichen Bereich:

In dieser Förderlinie können auch Solo-Selbständige gefördert werden, die wiederholt bei Veranstaltungen im nichtöffentlichen Bereich kulturell aktiv werden (2.2.2. Förderkriterien). Die Förderhöchstsumme beträgt 30.000 Euro.

Was wird gefördert?

In Ausnahmefällen können Solo-Selbständige, die im nichtöffentlichen Bereich (z.B. als Hochzeitsmusiker) aktiv sind, einen Antrag auf Förderung stellen, wenn sie darlegen können, dass ihre kulturelle Aktivität ohne öffentliche Förderung nicht stattfinden kann.

Antragsberechtigt sind…

Einzelne Solo-Selbständige, wenn sie ihren Sitz in Niedersachsen haben und darlegen, dass ihre kulturellen Aktivitäten in Niedersachsen erfolgen.

Eine Förderung ist ausgeschlossen …

- bei Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts
- bei Einrichtungen in Trägerschaft des Bundes, des Landes oder der Kommunen
- bei der Produktion und Aufführung von Film- und Zirkusvorführungen
- bei dem ausschließlichen Abspielen von Ton- bzw. Bild-/Tonträgern

Wie erfolgt die Antragsstellung?

Die Anträge werden ausschließlich an das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Referat 33, Leibnizufer 9, 30169 Hannover, gestellt. Das ausgefüllte Antragsformular muss dem MWK ausgedruckt, unterzeichnet und mit allen notwendigen Anlagen per Post gesendet werden. Antragsstichtage beim MWK sind der 31.10.2020 und der 15.12.2020. Zur Fristwahrung gilt das Datum des Poststempels. Zur Fristwahrung gilt das Datum des Poststempels. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des MWK. https://www.mwk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/ausschreibungen_programme_forderungen/corona-sonderprogramm-fur-solo-selbststandige-und-kultureinrichtungen-192816.html

Niedersächsisches Investitionsprogramm für kleine Kultureinrichtungen 2020 - Schaumburger Landschaft vergibt Fördermittel auf dem Gebiet des historischen Schaumburgs

Im Jahr 2020 fördern das Land Niedersachsen (Ministerium für Wissenschaft und Kultur) und die Landschaften und Landschaftsverbände in Niedersachsen erneut Investitionen in kleinen Kultureinrichtungen mit insgesamt 2,5 Millionen Euro.  

Anträge mit Fördersummen von 1.000 Euro bis 25.000 Euro sind beim jeweils zuständigen Landschaftsverband zu stellen, Anträge mit Fördersummen über 25.000 Euro (bis zu 200.000 Euro) direkt beim MWK (Antragsstichtag: 15.09.2020) im Online-Antragsverfahren. Auf dem Gebiet des historischen Schaumburgs in den Grenzen von 1640 vergibt die Schaumburger Landschaft die Förderungen zwischen 1.000 Euro und 25.000 Euro. Für Investitionsprojekte der kleinen Kultureinrichtungen in der Region stehen insgesamt etwa 25.000 Euro zur Verfügung. 

Das Programm richtet sich an kleine Kultureinrichtungen, die in der Regel über nicht mehr als drei Vollzeitstellen verfügen. Gefördert werden: 

-         bauliche Maßnahmen inklusive Erhaltungsmaßnahmen
-         digitale Infrastruktur
-         Veranstaltungstechnik
-         Anschaffungen zur Gewährleistung des Kulturbetriebs
-         Maßnahmen zur Verbesserung der inhaltlichen Qualität
-         Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität 

Nicht gefördert werden Personalkosten, laufende Sachkosten, der Erwerb von Immobilien und Grundstücken und Neubauten, in der Regel auch nicht bauliche Maßnahmen an oder in Gebäuden im Besitz des Landes, des Bundes oder einer Kommune. Die Förderquote für eine Maßnahme kann jeweils bis zu 75 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten betragen.  

Antragsberechtigt sind rechtsfähige juristische Personen des privaten Rechts, z. B. eingetragene Vereine, GbR, gGmbH, GmbH, Stiftungen oder Genossenschaften. Die Antragsteller müssen Träger einer Einrichtung mit eindeutig kultureller Ausrichtung sein bzw. einer solchen angehören (z. B. Heimatvereine, nichtstaatliche Museen, soziokulturelle Einrichtungen, Kunstvereine, Kunstschulen, Musikschulen, Musikzentren, Freilichtbühnen, Amateur- oder Freie professionelle Theater). 

Voraussetzung für eine Förderung durch die Schaumburger Landschaft ist ein schriftlicher Antrag mit genauer Projektbeschreibung und detailliertem Kosten- und Finanzierungsplan. 

Für die kleinen Kultureinrichtungen, die eine Förderung zwischen 1.000 und 25.000 Euro bei der Schaumburger Landschaft beantragen wollen, gibt es zwei Antragsstichtage: Die Anträge sind bis zum 01.10.2020 (1. Vergaberunde) oder bis zum 15.01.2021 (2. Vergaberunde) an die Schaumburger Landschaft zu richten.

Download Vergabekriterien
Download Antragsformular
Download Kosten-/Finanzierungsplan

Neuerscheinungen: „Entscheidungsjahre in Schaumburg“ und „‘1968‘ – gesellschaftliche Nachwirkungen auf dem Lande“


Entscheidungsjahre in Schaumburg

Im Jahr 2018 standen auf der Erinnerungsagenda neben 1968 vor allem die Jahre 1618, 1848, 1918 und 1938, dazu das Jahr 1868, in dem die erste Verfassung Schaumburg-Lippes erlassen wurde. Mehrere dieser wichtigen Erinnerungsjahre hängen inhaltlich auch zusammen, da sie Meilensteine in der Entwicklung zur Demokratie darstellen. Dieser Band vereinigt die Vorträge von Stefan Brüdermann (1648), Nicolas Rügge (1848), Jörn Ipsen (1868), Karl H. Schneider (1918) und Frank Werner (1938) aus der 2018 veranstalteten Vortragsreihe. Alle Beiträge sind mit sparsamen Anmerkungen und Literaturhinweisen zum Nachlesen versehen. 

Stefan Brüdermann (Bückeburg) behandelt den 1618 begonnenen 30-jährigen Krieg, in dem Schaumburg verwüstet wird und verarmt, zum Schauplatz der Schlacht bei Hess. Oldendorf wird und an dessen Ende infolge des Aussterbens der Grafendynastie Holstein-Schaumburg das Land geteilt wird. Nicolas Rügge (Hannover) schildert die Ereignisse des Revolutionsjahres 1848, in dem bemerkenswerte Initiativen in Schaumburg-Lippe versandeten, weil in der Kleinstmonarchie der Parlamentarismus nicht in Gang kam, während der hessische Anteil der alten Grafschaft in die turbulente Entwicklung in Hessen-Kassel hineingezogen wurde. Jörn Ipsen (Osnabrück) befasst sich mit den Eigenheiten der ersten parlamentarischen Verfassung Schaumburg-Lippes aus dem Jahr 1868 und ihrer Vorgeschichte. Karl H. Schneider (Obernkirchen) betrachtet Schaumburg-Lippes Weg in die Revolution von 1918 mit der Abdankung des Fürsten im Kontext der Revolution in Deutschland. Frank Werner (Hamburg/Hess. Oldendorf) untersucht die Schaumburger Vorgänge während des Judenpogroms im November 1938.





Entscheidungsjahre in Schaumburg. Vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Novemberpogrom. Herausgegeben von Stefan Brüdermann. Reihe: Kulturlandschaft Schaumburg Bd. 25, Wallstein Verlag, 128 S., 18 Abb., geb., 12,5 x 21 cm, ISBN 978-3-8353-3741-1, € 16,00. Bezug über den Buchhandel.

 

"1968" - Gesellschaftliche Nachwirkungen auf dem Lande

2018 jährten sich die Ereignisse des signifikanten Jahres „1968“ zum 50. Mal. „1968“ steht nicht nur für eine politische Bewegung, die vor allem im Protest gegen den Vietnamkrieg in Westeuropa und den USA ihr einigendes Motiv fand. Zudem fand ein Aufbruch in Alltagskultur und Lebensstil statt, der bereits Ende der 1950er Jahren einsetzte und mit Begriffen wie Partizipation und Mitbestimmung verbunden ist. Kennzeichnend ist, dass sowohl in der historischen Forschung wie in der öffentlichen Debatte ‚1968‘ lange Zeit als urbanes Phänomen untersucht und wahrgenommen wurde. Die gesellschaftlichen Auswirkungen im ländlich-kleinstädtischen Raum spielten allerdings kaum eine Rolle. Wie jedoch sahen die wechselseitigen Wahrnehmungen und Einflüsse von ländlichen und urbanen sozialen Bewegungen aus? Wie prägten die soziokulturellen Aufbrüche traditionelle Institutionen wie etwa Kirchen und Heimatvereine? Welche Rolle spielte die junge Generation dabei?

Die Beiträge der Historikerinnen und Historiker beleuchten den Struktur- und Kulturwandel auf dem Lande (Gunter Mahlerwein, Detlef Siegfried), die Rolle der kirchlichen Jugend- und Bildungsarbeit (Claudia Lepp, Hans Otte) und den Umgang der niedersächsischen Heimatbewegung mit den neuen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen (Dietmar von Reeken). Lisa Tanten untersucht die Schülerbewegung im Schaumburger Land am Beispiel des Ratsgymnasiums in Stadthagen. Julia Paulus beschäftigt sich mit der Präsenz der Frauenbewegung auf dem Land und Birgit Metzger mit den Chancen und Problemen der Umweltbewegung u.a. am Beispiel des Protests gegen die Giftmülldeponie in Münchehagen. In dem Themenbereich Arbeit und Freizeit geht es um die Lehrlingsbewegung und Gewerkschaftsjugend auf dem Land (Knud Andresen). David Templin untersucht die Entstehung der westdeutschen Jugendzentrumsbewegung, und Jonathan Voges nimmt das Heimwerken als (männliche) Freizeitbeschäftigung in Regionen wie Schaumburg ab den 1960er Jahren in den Blick. Ferner werden alternative Lebensformen in West- und Ostdeutschland seit den frühen 1970er Jahren beachtet: Lu Seegers untersucht mit Hilfe von Zeitzeugeninterviews in ihrem Beitrag zwei alternative Wohnprojekte im Schaumburger Land, Daniela Münkel analysiert erstmals die Proteste in ländlichen Regionen der DDR im Zuge des „Prager Frühlings“, und Rebecca Menzel vergleicht alternative Lebensmodelle in Ost und West.

‚1968‘ Gesellschaftliche Nachwirkungen auf dem Lande. Herausgegeben von Lu Seegers. Reihe: Kulturlandschaft Schaumburg Bd. 23, Wallstein Verlag, 341 S., 16 Abb., geb., Schutzumschlag 15,5 x 23 cm, ISBN 978-3-8353-3457-1, € 22,00. Bezug über den Buchhandel.

Offene Ateliers 2020 auf 2021 verschoben

Leider müssen wir die Veranstaltung, die für den 16. und 17. Mai 2020 geplant war, aufgrund der Corona-Pandemie absagen. Die Offenen Ateliers werden jedoch voraussichtlich am 8. und 9. Mai 2021 stattfinden können. 

Neues Video von Timo Vollbrecht: "Schaumburg"

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Schaumburger Landschaft im Jahr 2017 hatte der aus Stadthagen stammende Saxofonist Timo Vollbrecht das Musikstück „Schaumburg“ als eine Hommage an seine Heimat komponiert und während des Festakts im Stift Obernkirchen uraufgeführt. Das Stück bezieht sich zum einen auf die Empfindung von Heimweh. Zum anderen bringt es Gefühle von Erleichterung, Geborgenheit und Verbundenheit des Musikers zum Ausdruck, wenn er nach langen Konzertreisen Schaumburg besucht. Inzwischen hat Vollbrecht das Stück mit seinem Ensemble Fly Magic in einem New Yorker Tonstudio aufgenommen. Es wurde von dem Plattenlabel Berthold Records auf Vollbrechts Album „Faces in Places“ veröffentlicht und erhält medial beachtliche Aufmerksamkeit. Eine Videoproduktion, die das Werk „Schaumburg“ und das darin thematisierte Konzept von Heimat durch visuelle Komponenten neu erlebbar machen und der Musik zu höherer Bekanntheit verhelfen sollte, schloss sich an. Das Video entstand in Zusammenarbeit mit dem Filmemacher und New Media Artist Michael Gugger und steht als Kunstwerk für sich allein, indem es Realfilm mit Computeranimation verbindet. Speziell hierfür aufgenommenes Filmmaterial wurde unter Verwendung der „Volumetric Filmmaking“-Technik durch visuelle Effekte verfremdet.

Hier geht es zum Video: https://youtu.be/_UtB8ni2U8M 

Entwurfskollektion „NeubeTrachten“ ab jetzt als „Schaumburg Fashion“ erhältlich

Mit den Entwürfen des Projekts „NeubeTrachten“ hat die Schaumburger Landschaft in Kooperation mit der Hochschule Hannover eine Kollektion entwickelt, die – inspiriert von der Schaumburger Tracht – alltagstauglich und funktional und zugleich schlicht und elegant ist. Die Kleidungsstücke sind aus nachhaltigen und regionalen Stoffen hergestellt, u.a. aus Leinenstoffen der Leinenfabrik Seegers in Steinhude. Flankiert wird die Kollektion von wunderbaren Accessoires, einem T-Shirt und Stulpen. Es gibt aber auch Regenschirme, Rucksäcke und Taschen, die schön und zugleich äußerst praktisch sind.

Die Outfits und Accessoires werden im Internet unter der Homepage „Neubetrachten.com“ präsentiert. Über die Homepage können Sie Kontakt zu Julia Eschment aufnehmen, die die Kollektion kreiert hat und die Stücke in ihrem Atelier Nähwerk in Braunschweig maßanfertigt. Maßanfertigung, das heißt auch, dass die Entwürfe auf individuellen Wunsch noch weiterentwickelt oder Details verändert werden können. Die Schaumburg Fashion wird also im wahrsten Sinne des Wortes auf ihre Trägerinnen und Träger „zugeschnitten“.