Projektarchiv

Land-Leben-Literatur - Eine Lesereihe der Schaumburger Landschaft

Mit einer kleinen Reihe möchte die Schaumburger Landschaft darauf eingehen, dass sich die deutschsprachige Literatur gerade in den letzten Jahren verstärkt mit dem ländlichen Raum ausein­andersetzt. Besonders bekannte Beispiele sind die Romane „Vor dem Fest“ von Sasa Stanisic und „Unterleuten“ von Juli Zeh (beide 2014). Diese und viele andere von der Kritik hochgelobten Bücher schildern das Leben auf dem Land in all seinen Facetten, und sie spielen in realen ebenso wie in fiktiven Dörfern und Kleinstädten. Kennzeichnend für diese Prosa ist, dass sie den ländlichen Raum sowie seine Vergangenheit und Gegenwart nicht idealisiert, sondern in seiner komplexen Gemengelage beschreibt. Mehr noch: „Es könnte sein, dass Gesellschaftsromane überhaupt nur noch als Dorfromane möglich sind“, wie der Literaturkritiker Jörg Magenau meint.

Die Literaturreihe wird mit jeweils zwei Lesungen an zwei alten und zugleich neuen Orten in Schaumburg im Mai/Juni 2019 stattfinden. Die Veranstaltungen werden von Lu Seegers moderiert. Im Anschluss an die Lesungen wird es ein Gespräch mit der jeweiligen Autorin/dem Autor geben. Der Eintritt ist frei.

Am 16. Mai ist Lukas Rietzschel mit seinem vielbesprochenen und im Ullstein Verlag erschienenen Roman „Mit der Faust in die Welt schlagen“ zu einer Lesung im Gallhof in Meerbeck eingeladen. Das Buch thematisiert, wie Jugendliche in einem ostdeutschen Dorf in den Rechtsradikalismus rutschen.

Ebenfalls im Gallhof liest am 22. Mai die Preisträgerin des Kulturpreises Literatur des Landkreises Schaumburg und die Preisträgerin des Debutpreises des Nicolas-Born-Preises des Landes Niedersachsen, Lisa Kreißler, aus ihrem neuesten Manuskript „Wir danken unseren Frauen für die Salate“. Das Buch handelt von der Rückkehr von der Metropole aufs Land.

Im neu restaurierten Schafstall im Stift Obernkirchen wird am 20. Juni Katrin Seddig aus ihrem bei Rowohlt erschienenen Roman „Das Dorf“ (2017) lesen. Das Buch thematisiert die Sommerferien von zwei Jugendlichen im ländlichen Norddeutschland, die beginnen, ihr gewohntes Umfeld mit kritischen Augen zu betrachten. Katrin Seddig selbst lebt in einem kleinen Dorf im Alten Land.

Am 27. Juni wird Maximiliane Spieß, ebenfalls Preisträgerin des Kulturpreises Literatur des Landkreis Schaumburg, im Schafstall im Stift Obernkirchen aus ihrem Romanmanuskript „Je länger der Tag, je kürzer der Faden“ lesen. Das Buch handelt von der Rückkehr eines Soldaten nach dem Ersten Weltkrieg in ein komplexes Familiengefüge.

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Lisa Kreißler und Maximiliane Spieß werden mit dem Kulturpreis Literatur des Landkreises Schaumburg ausgezeichnet

Einstimmig hat die Jury den Kulturpreis des Landkreises Schaumburg, der in diesem Jahr für den Bereich der Prosaliteratur ausgeschrieben wurde, mit Lisa Kreißler und Maximiliane Spieß zwei jungen Schriftstellerinnen aus dem Schaumburger Land zuerkannt. Mit der Vergabe des Preises an eine literarische Doppelspitze ehrt der Landkreis Schaumburg zwei Autorinnen, die die unterschiedlichen Facetten seiner Landschaft in ein jeweils anderes und neues Licht rücken.

Beide Preisträgerinnen stehen am Beginn ihrer Karriere und schreiben auf faszinierende, aber ganz unterschiedliche Weise über die Heimkehr in den ländlichen Raum.

Lisa KreißlerLisa Kreißler, 1983 in Bückeburg geboren und in Waltringhausen aufgewachsen, nutzt ihre Heimat als teils vordergründig gegenwärtige, teils mythische Landschaft für die psychologischen Entwicklungen ihrer Figuren. Sowohl in ihrem Debütroman Blitzbirke, 2014 beim mairisch Verlag erschienen, als auch in Das vergessene Fest, 2018 bei Hanser Berlin publiziert, machen die Protagonistinnen in der Wiederbegegnung mit den Eltern und der vertrauten Umgebung einen schmerzlichen, aber auch befreienden Erkenntnisprozess durch. Lisa Kreißlers Sprache, die auf märchenhaft magische Weise und mit hintergründigem Humor beständig eine zweite Realität unter der greifbaren durchschimmern lässt, zieht den Leser unmittelbar in ihren Bann.

Maxi SpießMaximiliane Spieß, 1992 in Rinteln geboren und dort aufgewachsen, eine versierte Graphic-Novel-Künstlerin, hat mit Je länger der Tag, je kürzer der Faden ein beeindruckendes Romanmanuskript vorgelegt, das noch ohne Verlag ist. Sie erzählt in bildmächtiger Sprache von einer Ziegelei nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, deren Besitzer aus der Gefangenschaft heimkehrt. Seine Frau und seine kleine Tochter haben sich unterdessen zusammen mit einem tüchtigen Helfer erfolgreich ohne den vermeintlich Verschollenen im Unternehmen eingerichtet: Ein Machtspiel unter Verzweifelten beginnt. Wie sich die junge Autorin in einem sehr eigenen, nur vermeintlich historisierenden Ton in die gesellschaftlichen Verhältnisse der 1920er Jahre und in die komplizierten seelischen Schichten der vier Protagonisten einarbeitet, ist eine herausragende literarische Leistung.

Seit fast 20 Jahren vergibt der Landkreis Schaumburg in Zusammenarbeit mit der Schaumburger Landschaft in lockerer Folge einen Kulturpreis, um Kunst und Kultur in der Region zu fördern. Der Kulturpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der Sparkasse Schaumburg unterstützt. Der hochkarätigen Jury zum Bereich der Prosa-Literatur gehören die bekannte Schriftstellerin und Georg-Büchner-Preisträgerin, Felicitas Hoppe (Hameln/Berlin), der Autor und Rezitator Frank Suchland (Bückeburg), die Leiterin der NDR-Kultur-Literaturredaktion, Ulrike Sárkány (Hannover), der Programmleiter des Literarischen Salons der Leibniz Universität Hannover, Jens Meyer-Kovac (Hannover), und der Philosoph und Gymnasiallehrer, Dr. Reinhard Loock (Rinteln), an.

Wo soll das alles enden? Musiktheater zu "1968" an Schaumburger Schulen

Ungewollte Revolte  

Die Musiktheater-AG des Ratsgymnasiums zeigt in dem Dokudrama „Wo soll das alles enden?“ von Jürgen Wiemer das Stadthagen von „1968“ zwischen jugendlicher Aufsässigkeit und bürgerlichem Beharren. Am 24. und 25.9.2018 um 19.30 Uhr in der Aula des RGS.

„1968“ – das ist Studentenrevolte, Hippies, Vietnam! „1968“ – das ist Autonomiebestrebung, Demokratisierung, Widerstandsgeist! „1968“ – das ist Sex and Drugs and Rock’n‘Roll! „1968“ – das ist Paris, Berlin, Frankfurt und Stadthagen! Stadthagen???

„So etwas gab es alles nicht an unserer Schule.“, beeilt sich Oberstudiendirektor Stracke, der Schulleiter des Ratsgymnasiums von „1968“, in dem Stück zu beschwichtigen. Seine sorgfältige Buchhaltung über alle Schulgeschehnisse, die hier als Grundlage des Stückes dienen, offenbart aber eher unfreiwillig: So etwas gab es sehr wohl in Schaumburg! Anders natürlich als in den Metropolen und Studentenhochburgen. Vorsichtiger, tastender und in Auseinandersetzung mit den Konventionen und dem Unverständnis des Schaumburger Bürgertums.

Der Frage „Welche gesellschaftlichen Nachwirkungen hatte „1968“ jenseits der urbanen Zentren im eher ländlich geprägten Raum?“ – von der Forschung kaum beachtet – ging eine wissenschaftliche Tagung der Schaumburger Landschaft im Februar dieses Jahres nach. In diesem Kontext hatte die Geschäftsführerin der Schaumburger Landschaft und Historikerin, Priv.-Doz. Dr. Lu Seegers, mit Studierenden der Leibniz Universität Hannover und Schülerinnen und Schülern die Schulchronik des Ratsgymnasiums Stadthagen der Jahre 1966 bis 1971 ausgewertet. Dabei zeigte sich: Die Schulchronik, aber auch Schülerzeitungen wie die „Nesselblätter“ sind wichtige Quellen, die die Entstehung der Schülerbewegung in Schaumburg und die erwachenden Wünsche der Jugendlichen nach größerer individueller Freiheit und gesellschaftlicher Teilhabe belegen.  

Der Theaterregisseur und Dramaturg, Jürgen Wiemer, verarbeitete diese spannenden Zeugnisse sowie zeitgenössische Zeitungsartikel zu dem Dokumentar-Drama „Wo soll das alles enden?“: Auf diese Weise entsteht ein vielfältiges Mosaik der Zeit um „1968“ zwischen Vietnamgebet und Paukerfilm, den Rolling Stones und Heintje, hedonistischem Lebensstil und Skandalisierung.

Mit der Unterstützung der Schaumburger Landschaft und der Kulturstiftung Schaumburg wendet sich die Musiktheater-AG hiermit also diesem ganz anderen Stoff zu. Nach den viel gerühmten Aufführungen der vergangenen Jahre („Gatsby“, „Schöne neue Welt“, „Sommernachtstraum“) sowie dem deutschen Nationalepos „Die Nibelungen“ im März diesen Jahres zeigt die Gruppe das Ratsgymnasium 1968 im Ratsgymnasium 2018. Sie begibt sich auf die Suche nach den eigenen Wurzeln, lernt den Protest gegen die Starrheit und Autoritätshörigkeit der Nachkriegsgesellschaft als Kampf von Ex-Mitschülern für die eigene Sache an der eigenen Schule kennen. Das RGS-Musiktheater inszeniert dies mit einem über 20-köpfigen Schauspielensemble. Chorische und choreographische Elemente spielen wie immer eine große Rolle, klassisches Rollentheater ist das nicht mehr, wenn das Schauspielkollektiv die eigene Geschichte – immer auch kommentierend - nacherzählt, nachspielt, nachsingt.

So wichtig wie damals für die Jugendbewegung ist für die Inszenierung die Musik: Berühmt gewordene Songs, live gespielt von einer fünfköpfigen Band, lassen die Rhythmen und den Sound jener Jahre wieder lebendig werden. Titel von den Stones, Beatles, Kinks und vielen anderen mehr sind zu hören. Mit dabei Reinhard Mey, der im Jahr 1968 auf Einladung der Schüler im RGS gastierte, ein legendärer Song von Hannes Wader, der Top-Titel der Aussteiger-Ikone Steppenwolf, der Song der Siegerband eines Beat-Wettbewerbs und natürlich das 68er-Lieblingslied aller Schwiegermütter. Für das Stück wurden diverse Musiktitel vom musikalischen Leiter Dietmar Post neu arrangiert bzw. instrumentalisiert.

So ersteht dann der 68er-Zeitgeist auf der Bühne des Ratsgymnasiums aus den trockenen Quellen auf und tanzt und singt und streitet und lacht. Eine Dokumentation als Musik-Tanz-Schauspiel, die Altes neu, lebendig und ganz aktuell zeigt: als Auseinandersetzung um die Durchsetzung neuer Ideen.                                                                                                    

Karten kosten 9 Euro (ermäßigt 6 Euro) und können an der Abendkasse, in der Schule vor dem Schulsanitätsraum sowie im iPunkt/Stadthagen gekauft werden.


Atelierstipendium „Freiräume“ in Kooperation mit der Hochschule für bildende Künste in Hamburg (HfbK) und Ausstellung ELSE der Stipendiatin Magdalena Los in der Zehntscheune Stadthagen

Schaumburger „Freiräume“ künstlerisch entdecken.

Magdalena Los hat das Artist-in-Residence-Stipendium der Schaumburger Landschaft in Kooperation mit der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK) angetreten.

In Kooperation mit der Hochschule für bildende Künste in Hamburg (HfbK) hatte die Schaumburger Landschaft Anfang 2018 unter dem Titel „Freiräume“ ein Kunststipendium für fortgeschrittene Studierende der Hochschule ausgeschrieben. Mit dem zweimonatigen Artist-in-Residence-Stipendium sollte einer jungen Künstlerin bzw. einem Künstler der Hochschule die Möglichkeit gegeben werden, Schaumburgs Geschichte und Kultur näher kennenzulernen und die potentiellen „Freiräume“ des Schaumburger Landes künstlerisch zu verarbeiten. Grundlage dafür sind die interessanten räumlich-historischen Bezüge zwischen Schaumburg und Hamburg: Adolf I. von Schauenburg erhielt im Jahr1110 das Lehen für die Grafschaften Holstein und Stormarn, zu denen auch Hamburg gehörte. Mit der Gründung der Neustadt im Jahr 1188 lockte Adolf III. zahlreiche Kaufleute in die Hansestadt.

Unter 32 eingegangenen Bewerbungen hat die Auswahlkommission der HfbK im Mai Magdalena Los als Stipendiatin ausgewählt. Magdalena Los studiert im vierten Mastersemester bei Prof. Jutta Koether mit dem Schwerpunkt Malerei/Zeichnen. Ihre künstlerische Antriebskraft ist, „die Dinge anders zu machen“, d.h. Konventionen sowohl in der Kunst, als auch im ‚Alltag Leben in Frage zu stellen und neu zu formulieren. Deshalb bezieht sie auch ihr gesamtes Lebensumfeld in ihre Arbeit mit ein – und damit unterschiedlichste Medien und Materialien. Ihre künstlerischen Arbeiten bewegen sich zwischen Performances, Seiden- und Filzkonglomeraten, Mode- und Möbeldesign und Malerei z.B. mit Silikonölen und Babypuder. Ihre künstlerischen Arbeiten hat sie bereits bei verschiedenen Ausstellungen in Hamburg, Berlin, Regensburg, Gdansk, Tarnow und Neapel gezeigt.

Am Schaumburger Land fasziniert Magdalena Los besonders die Dampfeisenbahn in Rinteln, für die sie Anfang August den Führerschein abgelegt hat. Die Dampflok „Else“ soll dementsprechend in ihre künstlerische Arbeit einfließen. Magdalena Los befindet sich im August und September in Lauenau. Sie wohnt im „Kesselhaus“ und arbeitet in der Herbertusstube, in der sie ihr Atelier eingerichtet hat. Die Ergebnisse ihrer Arbeit zeigt Magdalena Los vom 28. September bis zum 21. Oktober in ihrer Ausstellung mit dem Titel ELSE in Stadthagen.

Tag des offenen Denkmals 2018

Gemeinsam mit den Denkmaleigentümern, der Stadt Stadthagen, der Samtgemeinde Lindhorst und vielen ehrenamtlich Mitwirkenden luden wir Sie in diesem Jahr nach Stadthagen und Lindhorst ein. In 33 beteiligten Denkmalen konnten Sie sich auf Spurensuche vergangener Jahrhunderte begeben. Unter dem Motto "Entdecken, was verbindet“ war der diesjährige Tag des offenen Denkmals mit dem Entdeckertag der Region Hannover verbunden.

Sie konnten Kirchen, Mausoleen, die ehemalige Synagoge von Stadthagen, bäuerliche Gebäude, das Schloss Stadthagen, Herrensitze, Gärten und ein Industriedenkmal kennenlernen, sich Denkmale ansehen, die sonst verschlossen sind, sich über Instandsetzungsmaßnahmen und Umnutzungen informieren, aber auch Zeuge des Verfalls werden, der nicht mehr aufzuhalten ist. Das Ziel des „Tages des offenen Denkmals“ ist es, private Initiativen zu stärken und gleichzeitig die öffentliche Hand an ihre Verantwortung gegenüber dem kulturellen Erbe zu erinnern. Das kann aber nur gelingen, wenn die Denkmale und ihre Geschichte bekannt sind.

Nicht allein die Denkmale machten diesen Tag zu einem Erlebnis, sondern auch ein buntes Begleitprogramm, bestehend aus Ausstellungen und Führungen, Musik, Vorführungen alter Handarbeitstechniken, speziellen Aktivitäten für Kinder bis hin zu Kulinarischem.

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5. Plattdeutscher Tag am 19. August 2018

Plattdeutscher Tag am Sonntag, 19. August 2018, in Sülbeck

Die Arbeitsgruppe “Plattdeutsch“ der Schaumburger Landschaft lädt in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Sülbeck zum 5. Plattdeutschen Tag ein. Der Tag beginnt um 10:00 Uhr mit einem Plattdeutschen Gottesdienst in der Sülbecker Kirche, gefolgt von der Eröffnung des Plattdeutschen Tages und Grußworten.

Das weitere Programm findet im und um das Gemeindehaus der Kirchengemeinde Sülbeck statt. Ab 13:30 Uhr liest Wilfried Darlath u. a. aus „De Schimmelrieder“ von Theodor Storm. Um 14:00 Uhr plaudern die Historiker Roswitha Sommer und Ulrich von Damaros gemeinsam mit Landfrauen im Erzählcafé über „Schaumbörger Schaulgeschichte(n)“. Die bekannte NDR-Moderatorin Ilka Brüggemann und der Blues-Musiker Lars-Luis Linek präsentieren ab 15:15 Uhr „Plattdütsche Musik un Geschichten up Platt“. Außerdem findet eine Ausstellung der Arbeitsgruppe „Spurensuche“ der Schaumburger Landschaft zum Thema „Lebensbilder auf Platt in Bild und Ton“ statt, und es können Bücher in plattdeutscher Sprache erworben werden. Ein Highlight: Die neue CD der Arbeitsgruppe „Plattdeutsch“ mit plattdeutschen Geschichten aus dem Schaumburger Land wird erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Natürlich dürfen, wie in den Jahren zuvor, ein plattdeutsches Quiz und Aktionen für Kinder an diesem Tag nicht fehlen.

Die Arbeitsgruppe „Plattdeutsch“ der Schaumburger Landschaft hat sich über die Dokumentation der Sprache hinaus zum Ziel gesetzt, das Plattdeutsche wiederzubeleben. Daher wendet sich der „Plattdeutsche Tag“ nicht nur an diejenigen, die von Kindheit an Plattdeutsch sprechen, sondern an alle Menschen, die sich für das Plattdeutsche interessieren oder es einfach nur gern hören.

Zur Stärkung zwischendurch gibt es Kaffee und Kuchen, aber auch „Aafkenzoppen“ und Gegrilltes.

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Auf den Spuren von Wilhelm Busch. Präsentation eines Wandertagebuchs von Gerhard Henschel und Gerhard Kromschröder, 6. Juni!

Mit Wilhelm Busch im Geiste literarisch wandern.

Die Schaumburger Landschaft lädt zur Präsentation des Wandertagebuchs „Auf
den Spuren von Wilhelm Busch“ der bekannten Autoren Gerhard Henschel und
Gerhard Kromschröder am 6. Juni ins Wilhelm-Busch-Geburtshaus ein.

Am 6. Juni nehmen der Schriftsteller Gerhard Henschel und der Fotojournalist Gerhard Kromschröder Sie mit auf eine literarische Reise auf den Spuren von Wilhelm Busch. Die Wanderung beginnt in Wiedensahl, dem Geburtsort von Wilhelm Busch und endet in Mechtshausen, wo er verstorben ist. Über 300 km zu Fuß führen die beiden Autoren durch Niedersachsen zu Orten, die für den großen Zeichner, Dichter und Maler von besonderer Bedeutung waren, wo er seine Kindheit verbrachte und später fast alle seine Werke schuf. Ihr Wandertagebuch auf den Spuren von Wilhelm Busch nimmt Land und Leute unvoreingenommen in den Blick und beweist einen wachen Blick für die Kuriositäten des Alltags, inspiriert von Wilhelm Busch.

Nun kehren die beiden Autoren auf Einladung der Schaumburger Landschaft mit dem in der Edition Temmen druckfrisch erschienenen Buch „Laubengänge – auf den Spuren von Wilhelm Busch durchs Weserbergland zum Harz“ nach Wiedensahl, zum Ausgangspunkt ihrer literarischen Reise zurück. Gerhard Henschel und Gerhard Kromschröder stellen ihr Wandertagebuch in Wort und Bild, dessen Drucklegung die Schaumburger Landschaft ebenfalls gefördert hat, am 6. Juni um 19:30 Uhr im Wilhelm-Busch-Geburtshaus in Wiedensahl, Hauptstraße 68a, vor. Der Eintritt ist kostenlos.

Zu den Autoren: Gerhard Henschel, geboren 1962, lebt als freier Schriftsteller in der Nähe von Hamburg. Seit 1992 ist Gerhard Henschel mit Romanen und Erzählungen an die Öffentlichkeit getreten, aber auch mit Satiren, Polemiken und Grotesken, u.a. in den Satiremagazinen Kowalski und Titanic sowie in mehreren Tages- und Wochenzeitungen. 2002 erschien Henschels Briefroman Die Liebenden, in dem er die Lebensgeschichte seiner Eltern aus deren Nachlass erzählt. In seinem 2004 veröffentlichten Kindheitsroman schildert Henschel das Leben der Familie aus der Sicht des Sohnes Martin Schlosser. Soeben ist der achte Teil dieser Familienchronik unter dem Titel Erfolgsroman erschienen. Henschel ist außerdem Autor zahlreicher kulturhistorischer Sachbücher. Er wurde u.a. mit dem Hannelore-Greve-Literaturpreis, dem Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen und dem Georg-K.-Glaser-Preis ausgezeichnet. Gemeinsam mit Gerhard Kromschröder hat er 2017 den Ben-Witter-Preis für das gemeinsame Buch Landvermessung. Durch die Lüneburger Heide von Arno Schmidt zu Walter Kempowski, erhalten. Gerhard Kromschröder, Jahrgang 1941, war langjähriger Stern-Redakteur und -Reporter. Mit Günter Wallraff entwickelte er die Methode der Undercover-Recherche. Bereits 1983 publizierte Gerhard Kromschröder etwa seinen Erlebnisbericht Als ich ein Türke war. Ab 1989 war Kromschröder Nahost-Korrespondent des Stern. Während des ersten Irak-Kriegs arbeitete er als einziger deutscher Journalist und Fotoreporter im bombardierten Bagdad. Seit 1993 arbeitet er in der Medienberatung für Unternehmen und Verlage und lehrt an Universitäten.

Konferenz „‚1968‘ – gesellschaftliche Nachwirkungen auf dem Lande“, 22./23. Februar 2018

Im Jahr 2018 jährt sich „1968“ zum fünfzigsten Mal. Die Schaumburger Landschaft hat dieses Jubiläum zum Anlass genommen, um im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung der Frage nachzugehen, welche gesellschaftlichen Nachwirkungen die so genannte Studentenrebellion im ländlichen Raum respektive in Niedersachsen und Schaumburg in den 1970er und 1980er Jahren gehabt hat. Die Tagung, die die Schaumburger Landschaft in Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover und dem Förderverein Ehemalige Synagoge Stadthagen durchführte, fand im Kommunikationszentrum Alte Polizei, Obernstr. 29, 31655 Stadthagen, statt.

Das Tagungsprogramm  entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Bericht des Deutschlandfunks zur Tagung: Download

Forum Industriekulturlandschaft Georgschacht

Am 29. November 2017 organisierte die Schaumburger Landschaft in Kooperation mit BürgerEnergieWende Schaumburg e. V. unter dem Titel "Forum Industriekulturlandschaft Georgschacht" eine Vortragsveranstaltung zu der Frage, ob und wie das einmalige bauliche Ensemble des Georgschachts in Stadthagen um das ehemalige Zechenhaus "Kohlenkirche" erhalten werden kann.

Download Tagungsbericht

Clip-Wettbewerb "Mein Schaumburg"

 

Clip-Wettbewerb: Die Gewinner stehen fest!

Die Schaumburger Landschaft hatte Kinder und Jugendliche aufgefordert, einen Video-Clip über ihren schönsten Ort in Schaumburg zu drehen. Jetzt stehen die Gewinner fest: Den ersten Preis hat sich Dorothea Gehrke, 17 Jahre, aus Niedernwöhren, mit ihrer gefilmten Motorradfahrt durch das Schaumburger Land gesichert. Den zweiten Preis teilen sich Eva Schernewsky, 16 Jahre, und Moritz Trapp, 11 Jahre, beide aus Stadthagen. Den dritten Platz belegen die Schwestern Hermine und Charlotte Mensching (9 und 7 Jahre alt) aus Ottensen sowie die Kinder vom Waldkindergarten Stadthagen, Laura Scheffer, Karla Wecke, Anna Grüttner und Emil Drape (alle 6 Jahre alt).

Allen Clips sehe man an, wie viel Mühe sich die Kinder gegeben hätten, so die Jury, ihren schönsten Ort in Schaumburg filmisch zu beschreiben – vom Spaßbad in Stadthagen bis zum Ausblick vom Bückeberg; der eigene Garten oder der Kindergarten mit seinen Spielmöglichkeiten: Die Beiträge sind so vielfältig wie das Schaumburger Land.

Die Gewinner wurden im Rahmen einer Feierstunde gewürdigt und konnten ihre Preise aus den Händen der Geschäftsführerin der Schaumburger Landschaft,
Dr. Lu Seegers, entgegennehmen.

Hier geht's zum Gewinner-Video:

Gewinner

Ralf König wird mit dem Wilhelm-Busch-Preis 2017 für sein Lebenswerk geehrt

Ralf KoenigFoto: vvg

Ralf König ist der national und international mit Abstand erfolgreichste und anerkannteste deutsche Comic-Zeichner unserer Tage. Das unterstreichen neben Veröffentlichungen in aller Welt zahlreiche Auszeichnungen auf renommierten Comic-Festivals, etwa in Angoulême (Frankreich) oder Lucca (Italien). Und gleich viermal wurde Ralf König bereits mit einem Max und Moritz-Preis auf dem Internationalen Comic-Salon Erlangen ausgezeichnet. 

Seinen Durchbruch erzielte der 1960 in Soest/Westfalen geborene, inzwischen aber schon lange in Köln wohnhafte Zeichner gleich mit seinem ersten, in einem großen Publikumsverlag veröffentlichten Band, "Der bewegte Mann". In diesem 1987 erschienenen und mit viel Erfolg verfilmten Buch setzte er konsequent auf ein langes Erzählformat, das mit über 100 Seiten weit von dem entfernt ist, was das deutsche Publikum bis dato aus Comic-Heften oder -Alben mit ihren Standardumfängen gewohnt war und ihn zu einem wichtigen Pionier der Graphic Novels machte. 

Zuvor hatte Ralf König zumeist mit Kurzgeschichten brilliert, die er seit Anfang der 1980er Jahre etwa in seinen "Schwul-Comix" veröffentlichte. Seit dieser Zeit wird Ralf König wahlweise als "wichtigster Chronist" oder "bedeutendster Sympathieträger" der Schwulenbewegung bezeichnet. 

Bis heute behält er sich eine große formale Flexibilität vor, die immer nur den Inhalten verpflichtet ist - ganz so, wie es schon Wilhelm Busch bei seinen Werken hielt. Dieser Pionier des Comics erweckte Ralf Königs Interesse an Bildergeschichten bereits in ganz jungen Jahren, als er im elterlichen Haushalt "Das große Wilhelm Busch Album" entdeckte, das ihm bis heute ein wichtiger Wegbegleiter auf seiner künstlerischen Karriere geblieben ist. 

Ganz auf Wilhelm Buschs Spuren wendet sich Ralf König gegen jegliche Versuche, das freie Denken einzuschränken, und betont stattdessen das Streben nach Selbstentfaltung - auch und gerade gegen gesellschaftliche Widerstände. Immer wieder machte Ralf König durch seine pointierte Auseinandersetzung mit Religionsthemen von sich reden, so in dem zweibändigen Werk "Dschinn Dschinn", seinen zum Karikaturenstreit entstandenen Cartoons oder seiner "Bibel-Trilogie", die teilweise in der F.A.Z. vorabgedruckt wurde.

Mit diesen Arbeiten, die neben ihrer unbändigen Komik auch pointierte Gesellschaftskritik beinhalten, setzt sich Ralf König in eine direkte Nachfolge von Wilhelm Busch, der sich selbst aufgrund der Geschichte "Der heilige Antonius von Padua" zu seiner Zeit der "Herabwürdigung der Religion" bezichtigt sah. 

Auch aufgrund dieser Geistesnähe war es Ralf König eine große Freude, auf seine ganz eigene Weise Buschs bekannteste Figuren Max und Moritz für das Ausstellungs- und Buchprojekt "Wilhelm Busch und die Folgen" zu interpretieren, das anlässlich des 2008 begangenen 100. Todestages von Wilhelm Busch initiiert wurde und bis heute wegen Ralf König unvergessen ist.

Die feierliche Preisverleihung, die am 1. November 2017 im Ratskeller in Stadthagen stattfand und von der Schaumburger Landschaft gemeinsam mit der Sparkasse Schaumburg organisiert wurde, war ein großer Erfolg. Herausragend waren neben der großen medialen Resonanz und der pointierten Laudatio der Komikerin Hella von Sinnen für Ralf König die humorvolle musikalische Begleitung durch das Huub Dutch Duo, das das Publikum mit seinen vertonten Wilhelm-Busch-Streichen zu Begeisterungsstürmen hinriss. Einen Höhepunkt bildete aber auch der Beitrag des Preisträgers selbst: Ralf König stellte eine eigene Comicgeschichte zu Wilhelm Busch vor – mit der frommen Helene als Protagonistin, über die die Gäste Tränen lachten.

Tag des offenen Denkmals 2017

in der „Seeprovinz“ am 10. September 2017

 
Am 10. September fand der Tag des offenen Denkmals in der „Seeprovinz“ statt. Gemeinsam mit der Samtgemeinde Sachsenhagen, der Stadt Wunstorf, den Denkmaleigentümern und vielen ehrenamtlich Mitwirkenden haben wir Sie in die Region am Steinhuder Meer eingeladen. In 29 beteiligten Denkmalen konnten Sie sich auf Spurensuche vergangener Jahrhunderte begeben. Das diesjährige Motto der Stiftung Denkmalschutz lautete "Macht und Pracht“. Prächtig ist in der „Seeprovinz“ allein schon die wunderschöne Natur, die die ganz unterschiedlichen Baudenkmale umgibt. Macht findet sich in jedem Baudenkmal: etwa als weltliche Macht auf der Insel Wilhelmstein und dem Schloss Sachsenhagen. Macht spielte aber sicherlich immer auch eine Rolle in historischen Baudenkmalen, in denen Menschen lebten und arbeiteten: In Bauernhäusern oder in der Windmühle Paula, in der Kastenmangel oder in alten Fischerkaten. 
 
Die Region zwischen Sachsenhagen und Steinhude, Großenheidorn und Wölpinghausen wartete mit Kirchen, bäuerlichen Gebäuden, Schlössern, einem Industriedenkmal und der Festung Wilhelmstein auf. Doch es gab nicht nur historische Gebäude zu entdecken, die der Öffentlichkeit sonst meist verschlossen sind. Ausstellungen, Vorführungen alter Handwerkstechniken, Musik und Kulinarisches rund um die Denkmale wurden ebenfalls geboten.
 
 

Offene Ateliers 2017

Kunst hautnah erleben und dabei mit Künstlern ins Gespräch kommen, das konnte man am 13. und 14. Mai 2017 im Schaumburger Land.

In einer Galerie oder in einem Museum wirken Bilder, Plastiken und Objekte, trotz geschickter Platzierung und bester Beleuchtung, manchmal einsam und fehl am Platz, weil sie ihren ursprünglichen Zusammenhang verloren haben oder weil sie sich gegen ganz andersartige Werke behaupten müssen. Man merkt ihnen an, dass dieser Ort der Präsentation nicht der Ort der Entstehung ist. Und da der Künstler in einer Galerie oder in einem Museum meist nicht neben seinem Werk steht und Erklärungen abgibt, fehlen dem Betrachter oft auch wichtige Informationen zum Verständnis eines Werkes. Keine noch so gute Beschriftung, kein lehrreicher Ausstellungskatalog mit Lebensdaten und Portraitfoto, kann die wirkliche Begegnung mit dem Schöpfer und seiner Lebens- und Arbeitswelt ersetzen. Die klassische und beste Möglichkeit, einen Künstler und sein Werk kennenzulernen, ist der Atelierbesuch.

Schaumburger Künstlerinnen und Künstler gaben Interessierten die Gelegenheit, sie am Samstag, dem 13., und am Sonntag, dem 14. Mai 2017, jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr, in ihren privaten Räumlichkeiten und Werkstätten zu besuchen.

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Jubiläum 150 Jahre Max & Moritz aus Schaumburg

Über 40 Jahre seines Lebens verbrachte Wilhelm Busch in seinem Geburtsort Wiedensahl und war der Region sehr verbunden. Immer wieder kehrte er im Laufe seines Lebens zurück und viele seiner Werke haben hier ihre Wurzeln.

Um diesen großen Sohn unserer Region zu ehren, nehmen die Schaumburger Landschaft und der Landkreis Schaumburg sowie zahlreiche Akteure vor Ort dieses Jubiläum zum Anlass, ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm auf die Beine zu stellen. Sie können dabei kulturell aus dem Vollen schöpfen, denn der Bogen spannt sich hierbei von Kitaprojekten, über Rap- und Poetry Slam-Wettbewerbe, Ausstellungen zu den verschiedenen Aspekten des Schaffens von Busch, Theater-, Film- und Musikabenden bis hin zu einer Fachtagung.

Schon Busch befand: "Stets findet Überraschung statt / Da, wo man's nicht erwartet hat" - also lassen Sie sich überraschen von den zahlreichen Veranstaltungen für Jung und Alt und entdecken Sie den großen Künstler Wilhelm Busch.

 

Tag des offenen Denkmals 2016

Der "Tag des offenen Denkmals hat am  11. September 2016 von 10 bis 18 Uhr in Rinteln und Umgebung stattgefunden. Informationen zu den 24 teilnehmenden Denkmälern finden Sie im Prospekt 2016.

MADE-IN-SCHAUMBURG

Was ist "MADE-IN-SCHAUMBURG"?

MADE-IN-SCHAUMBURG ist ein regionaler Popmusikwettbewerb, der die musikalisch interessierte Jugend im Schaumburger Land fördert und ihr eine Plattform für die Darstellung ihrer Kultur bietet. Inzwischen findet der Wettbewerb etwa alle drei Jahre statt. 2015 erlebt er seine 7. Auflage.

Die Einsendefrist ist verstrichen, und nun haben wir wieder die Qual der Wahl ...

15 Bewerbungen liegen uns vor, und wir haben Singer/SongwriterInnen dabei, einen performenden DJ, am meisten jedoch Bands jedweder Stilrichtung - von balladigem Blues und Indierock über Punk,  deutschen Rock- und Chansonpop bis hin zu Metalcore.

 Das, was Made in Schaumburg schon immer ausgezeichnet hat - die Vielfalt der Stile - ist in erfreulichem Maße auch diesmal wieder zu verzeichnen. Das Alter der Teilnehmer reicht dabei von 15 - 67 Jahren, wobei die meisten Bandmitglieder so um die 20 Lenze jung sind, Männlein wie Weiblein.

Die Finalisten von Made-7 stehen fest: 

(in alphabetischer Reihenfolge)
 -  Colored Music (ballads & blues, auch deutsche Titel) 
- Concept Of Drowning (Melodic Metal) 
- DJ-double-X (performender DJ)
-  ILS Delta (Rock, Pop, Blues, soulig angehaucht)
- Miriam Bruns-Laroche (Singer/Songwriterin - deutsch/franz. Popsongs) 
- Nachthimmel (Mix aus Indie/Rock/Punk/Beat)
- Restromantiker (deutscher Chanson-Pop) 
- Sundaysout (engl.-sprachiger Indie-Rock)
 -  Vollversion (Deutschrock)
 - Westpol. (deutscher Pop)

  Das wird bestimmt wieder ein sehr interessantes und stimmungsvolles Finale am Freitag, den 13. März!! 

Die Schaumburger Landschaft ist langjähriger Hauptsponsor. Weitere Informationen gibt es unter www.profund.de 

Band JOPE - Sieger Made in Schaumburg VI

SiegerfotoVI

Wilhelm-Busch-Preis 2015

  Wilhelm-Busch-Preis 2015 geht an Hans Traxler

Portrait Traxler

 Wilhelm Busch ist auch für viele moderne Zeichner noch immer ein Vorbild und Inspiration. 1997 wurde erstmals der Wilhelm-Busch-Preis vergeben, der jene Zeichner ehren soll, die im Sinne Wilhelm Buschs satirische und humoristische Versdichtung mit zeichnerischem Talent verbinden. Die drei Stifter, die Stiftung der Sparkasse Schaumburg, die Schaumburger Landschaft und die Schaumburger Nachrichten verleihen seit 2006 den Preis in dieser Form. Das Preisgeld beträgt 10.000 €. Bisherige Preisträger waren unter anderem Vicco von Bülow alias Loriot, Ernst Kahl und zuletzt, 2013, Franziska Becker. Nun wurde im September 2015 auch Hans Traxler in diese Reihe der so bekannten Preisträgerinnen und Preisträger aufgenommen, deren Arbeit immer auch von Wilhelm Busch inspiriert worden ist. Hans Traxler ist ein deutscher Maler, Cartoonist, Illustrator, Kinderbuchautor und einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Frankfurter Schule. Zudem ist er Mitbegründer des Satire-Magazins „Titanic“. Seit den 1980er Jahren veröffentlichte er im ZEIT-Magazin, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Süddeutschen Zeitung und leistete damit einen zeichnerischen wie schriftstellerischen Beitrag zu gesellschaftspolitischen Themen. Auch zahlreiche Bücher sind von Traxler erschienen, die sein Lebenswerk um eine schriftstellerische Qualität ergänzen, die seinesgleichen sucht. Aus diesem Grund wurde Hans Traxler unter anderem bereits mit dem Deutschen Karikaturistenpreis und dem Göttinger Elch für sein Lebenswerk geehrt und erhielt nun den Wilhelm-Busch-Preis. Die Preisverleihung fand am 17.September 2015 im Ratskeller in Stadthagen statt.

Kulturpreis 2013 "Zeitgeschichte" des Landkreises Schaumburg

 Der Kulturpreis 2013 "Zeitgeschichte" des Landkreises Schaumburg wurde am 23. Oktober 2013 im Saal des Niedersächsischen Staatsarchivs in Bückeburg verliehen.

 

Preisträger sind Klaus Maiwald, Bückeburg (Erster Preis), Laudatio Dr. Stefan Brüdermann

und Rolf-Bernd de Groot †, Obernkirchen (Sonderpreis), Laudatio Prof. Dr. Karl-Heinz Schneider

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer.

900 Jahre Schaumburg - Der Anlass

Im Jahr 2010 feiern die Schaumburger ein großes Jubiläum. Genau 900 Jahre ist es dann her, dass der Name Schaumburg in der Geschichtsschreibung auftaucht. In einer im 12. Jahrhundert verfassten Chronik ist nämlich überliefert, dass 1110 der Sachsenherzog Lothar von Süpplingenburg, der spätere Kaiser Lothar III., den „edlen Mann Adolf von der Schaumburg“ mit den Grafschaften Holstein und Stormarn belehnte.

Damals war Schaumburg zwar nur eines von etwa 40 Territorien auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen. Aber Adolf von Schaumburg, mutmaßlicher Erbauer der gleichnamigen Burg, und seine Nachkommen wussten sich im Machtgefüge Norddeutschlands festzusetzen. Sie verschwägerten sich mit anderen Herrscherhäusern, kolonisierten Land und gründeten Städte.

Auf diese Weise wurde aus dem Schaumburger Land eine Grafschaft. Wenige Jahre nach dem Tod des Fürsten Ernst starb das Geschlecht der Schaumburger 1640 im Mannesstamm aus. Die Grafschaft Holstein wurde an den dänischen König verkauft. Kleine Teile der Grafschaft Schaumburg kamen zu Braunschweig-Lüneburg. Aus dem Übrigen entstand die hessische Grafschaft Schaumburg als hessisches Nebenland und die Grafschaft (später Fürstentum) Schaumburg-Lippe. Der Freistaat Schaumburg-Lippe war schließlich eines der vier Länder, aus denen 1946 das Bundesland Niedersachsen gebildet wurde. Seit 1977 ist das im Zuge einer Kreisreform im Wesentlichen wiedervereinigte alte Schaumburg ein niedersächsischer Landkreis.

Diese 900-jährige Geschichte hat ihre Spuren im Lande hinterlassen. Mehr als anderswo fühlen sich hier die Menschen mit ihrer Region verbunden. In Stadthagen und Rinteln, in Bückeburg und Bad Eilsen, in Obernkirchen und Bad Nenndorf, in Sachsenhagen und Rodenberg – überall bezeichnet man sich als Schaumburger. So darf sich Fürst Ernst, wenn er zum Jubiläum 2010 aus der Renaissance in unsere Zeit kommt, eines würdigen und warmherzigen Empfanges durch seine Landeskinder sicher sein.

Fürst Ernst 

Ernst Graf zu Holstein-Schaumburg wurde 1569 geboren. Er erhielt eine ungewöhnlich gute Ausbildung. Nach einem Studium an der Universität Helmstedt unternahm er ausgedehnte Reisen in Deutschland und nach Italien. In Brüssel lernte er die glanzvolle Hofhaltung und die reichen Kunstsammlungen des spanischen Statthalters der Niederlande kennen. Seine Reisen, die ihn auch nach Prag führten, schulten seinen Sinn für die Kunst. Wenige Jahre nach seiner Hochzeit fiel ihm 1601 durch den Tod seines Halbbruders überraschend die Landesherrschaft zu. Für die neue Rolle als regierender Fürst erwies er sich als außerordentlich gut geeignet. Anders als seine Vorgänger war er nicht mehr von ritterlichen Idealen geprägt, sondern ein Anhänger der damals modernen humanistischen Ideen. Zu seiner Zeit galt er als ein progressiver Landesherr, der seinen kleinen Staat neu ordnete. Ernsts geschickte Finanz- und Wirtschaftspolitik versetzte ihn schnell in die Lage, eine umfassende Bautätigkeit zu beginnen. Er erließ eine Kirchenordnung, die heute noch gilt und eine Polizei- und Amtsordnung, die bis 1806 in Kraft war. Er gründete zahlreiche Schulen, errichtete ein Gymnasium in Stadthagen und eine Universität Rinteln. Nach Außen sicherte er sein kleines Land durch einen Schutz- und Verteidigungsvertrag mit dem mächtigeren Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. Fürst Ernst starb 1622.
Fürst Ernst nutze sein Vermögen, um die Grafschaft Schaumburg zu einem Ort künstlerischer Avantgarde seiner Zeit zu machen. Die Untertanen hatten ihren Nutzen aus seiner Gesetzgebung und seinen wirtschaftlichen Maßnahmen. Bis heute prägen seine Bauwerke und Kunstwerke Schaumburg. Vielleicht war einer seiner Antriebe die Kinderlosigkeit, er wollte sich Nachruhm schaffen. Für uns heute ist er vor allem der Förderer der Kunst und der Wissenschaft. Seinen Zeitgenossen galt er jedoch als Schützer des Rechts. So liegt es nahe, sein Rechtsbewusstsein und sein Ansehen als Förderer des Rechts unter seinen Zeitgenossen in eine Spielidee umzusetzen.

Das erste Ziel des Fürsten Ernst nach seinem Amtsantritt war die Einführung einer guten modernen Verwaltung. Dazu brauchte er fähige Juristen. Es gelang ihm, auch Berühmtheiten an seinen Hof zu holen. Seine Mitarbeiter bezahlte er pünktlich und großzügig. Die moderne Verwaltung führte er durch den Erlass einer Kanzleiordnung ein. Über dem Amt des Kanzlers stand der Landdrost. Später wurde das Amt eines Hofrichters geschaffen. Er stand zwischen Landdrost und Kanzler. Das macht deutlich, welche Bedeutung Fürst Ernst der Rechtspflege beimaß. Ein weiteres Amt war das des Fiskals, der einerseits öffentlicher Ankläger war, der auf die Einhaltung der Polizeiordnung zu achten hatte, andererseits Untersuchungsrichter. Außerdem gehörte die Überwachung der kirchlichen Einnahmen zu seinen Aufgaben.

900 Jahre Schaumburg - Das Gerechtigkeitsbild

 Im Alten Rathaus in Stadthagen hängt im heutigen Trauzimmer, dem ehemaligen Amtszimmer des Stadtdirektors ein „Gerechtigkeitsbild“. Wie die Inschrift besagt, ist die „gemald Tafell“ eine Stiftung der Stadthagener Bürger Philip Mercklin, Herman Moller und Michaell Bomers für die Ratsstube ihrer Stadt. Das Bild ist in 3 Felder geteilt. Das linke zeigt das „Jüngste Gericht“, das rechte das „Urteil Salomoni“. Die Mitte bildet eine von einer allegorischen Gestalt – vielleicht "Justitia" – gehaltene Schrifttafel mit Bibelsprüchen zur Ermahnung der Richter.


Derartige "Gerechtigkeitsbilder" waren geläufige Ausstattungsstücke in Rathäusern, die Besonderheit des obigen Bildes ist jedoch die Darstellung des Salomon. Der König trägt die portraitähnlichen Züge des Fürsten Ernst von Holstein-Schaumburg. Und dies nicht von ungefähr. Denn der 1622 verstorbene Landesherr war um die Reform des Gerichtswesens besonders bemüht. Mit seiner Erneuerung der Kirchenordnung 1614 und ein Jahr darauf der Polizeiordnung für Zivil-, Straf-, Handels- und öffentliches Recht wurden von ihm zwei Gesetzgebungswerke umgesetzt, die seinen Zeitgenossen als so bedeutsam erschienen, dass beide Bücher in schwarzen Samt gebunden und mit den silbernen Aufschriften "Pietas" und "Justitia" bei seinem Leichenzug vom fürstlichen Kanzler vor dem Sarg hergetragen wurden.

Das Gemälde wurde ein Jahr nach dem Tod des Fürsten fertig gestellt. Es ist also keine Referenz an den regierenden Landesherren. Scheinbar wurde das Wirken des Fürsten Ernst, zumindest in Teilen, von der Nachwelt mit der Urteilsfähigkeit des Salomo, dem Inbegriff der irdischen Gerechtigkeit, gleichgesetzt.

900 Jahre Schaumburg - Die Projektidee

Im Sommer 2010 kehrt Fürst Ernst nach 388 Jahren wieder in sein Schaumburger Land zurück. Stilecht nimmt er mit Tross und Gefolge Quartier in seiner alten Residenzstadt Bückeburg und bricht von dort aus in verschiedenen Etappen zu einer mehr als heiklen Mission auf: Nämlich Frieden zu stiften im Schaumburger Land. Denn überall in der Region ist man sich in Dingen des öffentlichen Lebens uneins über den richtigen Weg. Hin und her wogen die Debatten zwischen Bürgern und Stadträten, zwischen Straßengemeinschaften und Bauverwaltungen, zwischen Schulträgern und Eltern. Mal geht es um Verkehrsbelastungen, mal um die Restaurierung und Umnutzung alter Gebäude. Hier soll eine Grundschule geschlossen werden, da eine Postfiliale, usw. usw …

Im Schaumburger Land braucht es endlich Einen, der als unbeteiligter Dritter, aber als bestens mit der Region Vertrauter alle Seiten hören wird, alle Argumente abwägen und schlussendlich eine gütliche  - ja salomonische Einigung zwischen allen Parteien herbeiführen kann. Und wäre da jemand besser geeignet als der  - schon kurz nach seinem irdischen Ableben wie eben der weise König Salomo verehrte – Fürst  Ernst von Holstein-Schaumburg?

So bereiten sich in den Städten und Gemeinden des Schaumburger Landes Bürgerinitiativen und Straßengemeinschaften, soziokulturelle Trägerinstitutionen und Heimatvereine, Kulturgruppen und Dorfgemeinschaften, Naturschützer, Ortsräte und Gemeindeverwaltungen an ihren jeweiligen Orten penibel darauf vor, ihre Anliegen ihrem Fürsten Ernst persönlich vorzutragen.

Denn dieser wird höchst selbst an verschiedene Orte im Schaumburger Land reisen um dort seine heutigen Untertanen anzuhören. Er wird sie nach allen Regeln von Fairness und Anstand miteinander disputieren lassen und nach eingehender Beratung mit seinen engsten Vertrauten schlussendlich eine Empfehlung für oder wider eine Seite sprechen. Im Zweifelsfalle kann es gut sein, dass Ihre Durchlaucht ad hoc einen Lokaltermin ansetzt um sich mit allen Parteien  vor Ort ein Bild der Lage zu machen.  Am Ende wird sein Urteil für oder gegen eine Sache aber insbesondere davon abhängen, wie anschaulich und kreativ das jeweilige Anliegen vorgetragen, bzw. wie elegant und hieb- und stichfest die Erwiderung ausgeführt wird.

In jedem Falle aber wird Fürst Ernst alles daran setzen, seiner im Land Schaumburg seit beinahe 400 Jahren gepflegten allegorischen Verherrlichung als salomonischer Richter (-> Abbildung) mehr als gerecht zu werden.

Und da er – ganz schillernder Potentat -  das helle Licht der öffentlichen Huldigung durchaus zu schätzen weiss und ohnehin wahrscheinlich alle „echten“ Schaumburger und ihre Gäste dabei sein wollen, wenn der  legendäre Fürst im Lande umherreist, sind die Gerichtstage auf großen öffentlichen Plätzen unter freiem Himmel angesetzt. Extra hierfür reist ein fürstliches Vorauskommando von Ort zu Ort, um Baldachine, Podeste, Tribünen, Zelte, Fahnen und weiteren Zierrat für Ihro Durchlaucht nebst Entourage bereitzustellen.

Darüber hinaus sind natürlich alle Bewohner vor Ort aufgefordert, ihrem Fürsten einen herzlichen Empfang zu bereiten und während der Verhandlungspausen für dessen leibliches Wohl  und Zerstreuung  Sorge zu tragen …

 

Dinosaurtrack Symposium Obernkirchen (2)

In den Jahren 2007 und 2008 wurden im Nordwesten Deutschlands, dem sogenannten "Deutschen Wealden" ("Berriasium"), in einem wissenschaftlich lange vernachlässigten Steinbruch fossile Fährten entdeckt.

Dabei handelt es sich um gut erhaltene Dinosaurierfährten, die in erstaunlich großer Anzahl in zwei unterschiedlichen Schichten auf dem Gelände der Obernkirchener Sandsteinbrüche GmbH gefunden wurden. Die Schichten repräsentieren eine Paläo-Lagunenlandschaft, die tropischen Stürmen ausgesetzt war.

Die etwas höher gelegene, etwa 2500 m² große Fläche trägt eher schwach ausgeprägte Rippelmarken, einige (Treib-) Holzabdrücke und tief eingetretene Dinosaurierfährten. Letztere sind im allgemeinen Erscheinungsbild den Fährtentypen Iguanodontipus und Caririchnium ähnlich, in klar definierten Fährtenzügen angeordnet und lassen sich auf halbwüchsige und ausgewachsene Fährtenerzeuger zurückführen.

Die stratigraphisch tiefer gelegene Fläche wartet mit Hunderten von kleinen bis großen Dinosaurierfährten auf. Der Begriff "Dinoturbation" passt für dieses Areal hervorragend. Etwa 75% der Fährten stammen von Raubdinosauriern, was für Fährtenflächen im Allgemeinen ungewöhnlich ist, und zu dem inoffiziellen Namen "Hühnerhof" führte. Bislang konnten etwa 400 m² dieser Schicht freigelegt werden. Inmitten der dicht gepackten Fährten wurden im Sommer 2008 didaktyle ("zweizehige") Fährten entdeckt. Der Fund dieser im Schnitt etwa 20 cm langen Fährten stellt für Europa ein Novum dar. Die didaktylen Trittsiegel lassen sich auf Grund morphologischer und morphometrischer Merkmale eindeutig den Troodontidae zuweisen.

  • Dino-5808

Viele Fragen sind nach der Entdeckung der Fährten offen geblieben. Deshalb lud die Schaumburger Landschaft zu einem Symposium in das mittelalterliche Stift Obernkirchen ein.
Die fachliche Leitung lag beim Niedersächsischen Landesmuseum Hannover.
Paläontologen aus der ganzen Welt sind der Einladung gefolgt. 

Das Symposium führte nicht nur zu einer fruchtbaren Diskussion vor den Originalfunden, sondern brachte auch auch die weitere internationale Beteiligung der Fährtenfachleute in Gang.
Für die breite Öffentlichkeit hielt Prof. Haubold, Halle, einen Abendvortrag, in dem er allgemein verständlich in die Thematik der Dinosaurierfährten und die Geschichte Ihrer Erforschung, aber auch der Obernkirchener Funde einführte.

Das Symposium wurde von der Stiftung Niedersachsen, der Klosterkammer Hannover und der Stiftung der Sparkasse Schaumburg finanziell unterstützt.

Die Ergebnisse werden in einem Tagungsband, der im Jahr 2012/13 erscheinen wird, festgehalten.

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